Die Hinreise

Liebes Reisetagebuch... uns ist schlecht. Besonders mir ist schlecht. Wir sind jetzt seit 22 Stunden auf den Beinen und endlich sicher im Kosumland USA angekommen. Haben auch schon einen lebenden Pottwahl (250 Kilo) beim Einkaufen beobachtet. Sehr scheue und vor allem langsame Tiere. Aber wie es immer bei mir so ist, zäume ich das Pferd wieder einmal von den Arschbacken an auf. Fangen wir doch lieber beim Anfang an. Am Anfang stand eine kurze, sehr kurze Nacht in Berlin. 5 Uhr in der Früh ging es raus. Ab nach Tegel zum Flughafen. Mutti und Vati brachten uns zum Abflugschalter. Papa wie immer etwas zerknautscht am Morgen (mit einer tollen Scheitelfrisur) und Mutti wie immer Pippi in den Augen und Krampf in der "Wink-Hand". Wir sind also wieder "on the road". Ein neues Abenteuer, neue Gefahren und viele schöne Eindrücke auf der Weltreise 2006. Das "Wal-watching" kam diesmal ziemlich früh. Wie dem auch sei, der Start über England ist schnell erzählt.

Wieder einmal in der British Airways (BA) im Schweineabteil. Meilen bekommt man da nicht gutgeschrieben, dafür aber vorgekaute Sandwisches. Erwähnenswert war eigentlich nur die Landung in London. Eine echte Punktlandung sieht aber anders aus. Irgendwie ging es nach dem Motto: "Rein in die Klötzer, Lenkrad rum und mal schauen, wo wir stehen bleiben!" Ja, war echt keine Glanzleistung, die Maschine brach etwas nach links und den Passagieren etwas aus dem Gesicht. Das Frühstück. Das wird dann wieder in Folie eingepackt und beim Rückflug verfüttert. Man stelle sich eine Maschine voller Leute vor, die im gleichen Moment Schließmuskelprobleme bekommen. Ein Gesichtausdruck mit Panik, gepaart mit Angst vorm Pressen. Auch hier mit dem etwas abgewandelten Motto: "Mal schauen, was da so hängen bleibt!" So einen richtig anständigen Applaus nach der Landung gab es auch nicht, eher spontanes Bekreuzigen und Wasserlassen. Wir waren eh schon viel zu spät dran. Jetzt also los. Über den Flughafen mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Abtastpetting im Schnellverfahren: Jacke aus, Schuhe aus und dann nicht mal einen Kuss zum Abschied. In der nächsten Maschine dann ein erneuter Schock. Das Entertainment System auf meinem Platz ist "broken". Bei der BA verpasst man da nicht all zu viel. Nur eben die neusten Kinofilme in der Landessprache ihrer treusten Passagiere: Espaniol, French, China... aber kein Deutsch. Die haben uns den Krieg immer noch nicht verziehen!

Darauf konnte ich aber gut und gerne verzichten... 11 Stunden lang. Dafür hatte ich ein gutes Buch, meine Frau in Griffweite und die Bordtoilette genau im Nacken. Warum können im Flugzeug nicht solche Zettel wie auf jeder öffentlichen Toilette rumhängen? "Diese Boing 747 wurde heute für Sie um 10 Uhr und um 14 Uhr gecheckt. Gezeichnet Olga!" Das wäre doch einmal etwas. Da freut sich der Kunde. Somit hatten wir auf dem Hinflug mitbekommen, was so eine Boing 747 und ihre Passagiere über Wasser und Land so raus lässt. Wenn man beim Flug buchen neben dem Notausgang gesetzt wird, wird man ja gefragt, ob man sich diese psychische Belastung zutraut.

Warum fragt man das beim Sitzplatz neben dem Klo nicht auch? Ich würde das nächste Mal verneinen. Ich bin zu schwach. Und nun: herzlich willkommen in Amerika. Im Land der Raketenautos. Man, sind das hier Autos! Manche würden nicht einmal in unser Wohnzimmer passen. Stars und Stripes am Flughafen. Hoch sollen sie leben. Tja, wir sind gespannt. Zur Zeit sitzen wir in unserem ersten Motel. Wir sind fix und fertig mit der Welt. Der Kampf aus Los Angeles raus, zerrte an unseren letzten Reserven. Jetzt kann der Spaß also los gehen. Aber nicht, bevor wir geschlafen haben. Na dann, "here we go..."

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Die Hinreise
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Nachwort

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