Fahrt durch das Death Valley

Willkommen und ein kräftiges Glückauf im Land der unbegrenzten, nichts sagenden Verkehrsschilder. Damit müssen wir ja noch heute leben. Hier kennt man sich entweder aus oder man lässt es. Es kommt nicht selten vor, dass ein Verkehrsschild wirklich erst kurz vor der zu findenden Ausfahrt steht. Na dann aber festhalten. Das würde im Großen und Ganzen ja noch gehen, aber diese Angewohnheit, die Meilenangaben einfach mal weg zu lassen, machen vor allem dem Fahrer zu schaffen. Da steht dann mal ganz unbeteiligt ein Schild mit der Aufschrift: "Ziel 82". Das bedeutet dann Ziel = der Ort, wo wir hin wollen und 82 = die Meilenangabe. Und das war es. Dann nie wieder. Als wüsste man jetzt instinktiv "okay,, ab dieser Kurve noch 70 Meilen!" Nein, woher denn? Man erfährt einfach nicht, wie weit es noch ist.

Und Meilen sind lang, die vergehen 1,609 mal so langsam wie Kilometer. Und dann quält man sich mit Tempo 60 (zirka 96m km/h) die ewig langen 30 spurigen Highways entlang. Man sagt ja immer, in den USA ist alles soooo weit auseinander. Ich sage, wenn man hier mal zwischen 120 und 160 km/h fahren dürfte, wären die Strecken nur halb so lang. Zurück also zu unserer Tour. Wir standen also heute Morgen auf, als die Thüringer Rentner samt ihren Dritten noch gemütlich schnarchten. Wir versuchen jetzt immer früh los zu kommen, um die unglaublichen Kilometer (Meilen) zwischen den Hier und Jetzt und dem Dann und Dort noch vor dem Sonnenaufgang zu nehmen. Es wird hier nämlich ziemlich schnell, ziemlich heiß. Also heute nach Death Valley. Die Brutstätte der Erde, das heißeste Arschloch des Planeten. Diese Strecke war schon der Wahnsinn, also mussten wir einige Sehenswürdigkeiten auslassen. Dafür bot sich uns eine unwirkliche, aber faszinierende Landschaft von Death Valley an. Wir erlebten sie ausgiebig in der Hitze, die hier unbarmherzig zuschlug. Das ist eine Landschaft. Und auch hier geht es Berg hoch und Berg runter.



Death Valley

Das Tal des Todes, hier kam selbst Winnetou nicht durch. Als wir so die Hälfte des Weges im Park hatten, streikte plötzlich auch noch unser Auto. Die Bremsen setzten aus. Ein Zustand, dem man hier echt niemanden wünscht. Also rechts ran und mal etwas Wasser besorgt. Hatten wir denn eine andere Möglichkeit? Als das Wasser mit den Bremsen in Berührung kam, passierte außer Zischen und Wasserdampf erst einmal nicht viel. Ich glaube, es tropfte nicht einmal etwas auf den Wüstensand. So heiß waren die Bremsen. Neben uns stand ein Monstrum von Caravan voller Franzmänner und Frauen. Und die hatten mitten in der staubigen Wüste nichts Besseres zu tun, als ihr Baguettemobil zu waschen. Das muss man sich einmal weg tun. Hier, wo das Wasser Mangelware und Staub überall ist, waschen die ihr Auto. Das ist, als wenn man bei strömenden Regen mit einem Tempotaschentuch das Auto trocken wischen will. Keine 10 Meter weiter und das Teil ist wieder schmutzig.


Death Valley

Dafür haben die aber Fotos davon, wie sie 5000 Liter Wasser zum Fensterputzen raus geknallt haben. Und im Hintergrund der Bilder sieht man einen jungen Vogel, wie er gerade im leeren Wasserloch den Hitzetod stirbt. Gut gemacht ihr Franzmänner! Zum Thema "Verrückt in der Wüste", haben wir noch eine Geschichte. Hier findet die Death Valley Biketour 2006 statt. Wir waren Zeugen beim Start. Um das noch einmal in klaren Worten zu verdeutlichen. Die fahren mit dem Rennrad durch Death Valley. Bei 50° C im nichtvorhanden Schatten. Die Fahrer standen, so wie es bei den Amerikanern Brauch ist, vor dem Start Hände haltend im Kreis und beteten. "Lieber Vater, bitte lass uns gut durch die Hitze kommen. Lass aller 2 Meilen eine Wasserflasche vom Himmel regnen, teile die Berge dort wo die Straße ist und gib Petrus einen Ruck, dass er uns möge senden feinen Nieselregen. Ach ja und beschütze unsere Spatzenhirne vor dem totalen Sendeausfall. Denn dein ist das Bike, der Fahrradhelm und Wasserfalsche - Amen!" Na dann, gute Fahrt! Heute waren wir fein Essen. Hier in Amerika bekommt man ja in jedem Restaurant so viel Wasser wie man will. Ist kostenlos und die schütten einen immer nach. Und wieder verendet ein Vogel vorm Fenster. Nein, im Ernst. Und in jedem besseren Restaurant bekommt man ebenso Hamburger. Der einzige Unterschied zu McDonalds ist, dass man hier zu seinem Hamburger Messer und Gabel bekommt. Demnächst gibt es noch Löffel für Gummibärchen. Der Hamburger war aber auch eine Wucht. Das war mal etwas ganz Großes. Mit großen Augen und langen Vornamen. Und da wären wir auch schon am Ende der Geschichte.


Death Valley

Fazit: Heiß! Man ist das heiß! Das Wasser im Pool ist wärmer als in unserer Badewanne. Der Anblick ist einmalig, so etwas sieht man nicht alle Tage. Die Natur bietet hier großartige und oft auch sehr unwirkliche Eindrücke.

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