Unser Aufenthalt in Los Angeles
Die letzten Tage im Land der unbegrenzten Weiten, der immer bedankenden Liftboys und ewig langen Straßen. Die letzten Tage in Los Angeles. Der Abschluss unserer Reise, manche würden sagen epischen Odyssee durch den amerikanischen Mikrokosmos. Die letzten Tage vergingen wie im Fluge. Der erste Tag in Los Angeles war geprägt von zwei Ereignissen. 1. das Suchen eines Shopping Outlet-Centers und 2. das finden eines Shopping Outlet-Centers. Gefolgt von 2.1. ausgeben von Geld. Da ist man schon in der (flächenmäßig) größten Stadt der Welt, trotzdem muss man in die Wüste fahren, um solch eine gigantische Anzahl von Läden zu günstigen Preisen zu finden.
Leute die sich auskennen würden sagen, wir sind mit der Kirch ums Dorf gefahren. Für was ist die USA besonders gut? Genau, die Kreditkarte zum glühen zu bringen. Besonders bei dem Dollarkurs. Am Abend holten wir dann unseren Reiseführer für L.A. ab... unsere gute Freundin: Bettinchen. Und kaum das wir uns versahen, waren wir schon am Santa Monica Pier. Meilen weiter Strand und Nippelhart-Kaltes Wasser. Hier wurde Baywatch gedreht. Die Nippel- äh Kultserie mit David Hasselhoff und sprechenden Siliconbergen als Kitt-Ersatz. Nun gibt es ja mit der Serie mehrere Probleme. 1. Es rennen immer gut gebaute, braungebrannte, halbnackte Menschen in Zeitlupe über den Strand. Wenn man hier einmal ist, wünscht man sich eigentlich nicht, dass irgendjemand hier in Zeitlupe und dann auch noch halb nackt die Wellen bricht. 2. Problem, das Wasser ist so kalt, dass sogar die Bojen schrumpfen. Wie haben die damals Schauspieler gefunden, die sich da in die Fluten gestürzt haben? Da implodieren einem doch die Eier! Und wenn die Eier eines Mannes weg sind, was will man da noch retten? Hier badet ein Normalsterblicher nicht gerne. Aber etwas los ist auf dem Pier jeden Tag. Hier steppt der Bär, hier tanzt die Maus. Gigantisch!
Den zweiten Tag in L.A. nutzten wir, um die Universal City Studios zu bereisen. Wir hatten es früher wissen sollen, diese Idee hatten auch andere. Die Universal City Studios, das ist ein Vergnügungspark über Hollywood with a lot of attractions and a horde of Japanese with colorful flags. Diese Japaner haben nichts gelernt im Krieg. Immer noch werden sie mit schwerem Gerät an der Küste der USA ausgeschüttet. Nach der Landung beginnen sie sofort mit ihren Kamikazeangriffen auf Einrichtungen aller Art. Bewaffnet mit mindestens 3 Digitalkameras, finden sie trotzdem noch Zeit, mit dem Handy Bilder zu machen. Mit dem Handy! Und dann kennen die keine Gnade und keine Zahnärzte. Wenn so eine Horde auf einem zu rennt, sieht man schon am Horizont die gelben Zähne wie Goldbarren glänzen. Zuerst kommt der Leader mit einer farblich sehr ansprechenden Fahne. Dieser Fahne rennen die kleinen, gelben Zähne dann alle hinterher. Und wenn da gerade eine Frau im Wege steht, die ihr Baby stillt, die wird komplett umgerannt und dabei werden noch fleißig Bilder geschossen. Mit dem Handy! Der Startschuss in dem Park war eine wahre Schlacht. Hier stirbt jeder für sich allein. Wer es nicht schafft, bleibt liegen. Fällt bei den Japanern der Führer aus, nimmt ein Anderer seine Fahne und sein Handy.
Also so ein Park ist schon eine schöne Sache. Das Wort Entertainment haben die Amis im Schlaf drauf. Die Rides waren echt spektakulär. Die Mumienachterbahn mussten wir gleich zweimal hintereinander fahren. Jedes Mal wurden wir fotografiert. Wir sahen irgendwie nie richtig entspannt aus. Wir musste uns nicht, wie viele andere Parkbesucher, um die besten Plätze bei den sagenhaften Attraktionen prügeln. Da gab es Terminator 2 - 3D (ein Geschenk für jeden James Cameron Fan), Backdraft, Shrek, der weiße Hai, Waterworld und so weiter und so weiter. Wir hatten extra (für etwas mehr Geld) einen "Front of Line" Pass gekauft. Das heißt, wir hatten immer einen extra Eingang und reservierte Plätze. Dafür haben wir auch bezahlt. Das Fußvolk stand in der Hitze, während wir gemütlich im Schatten saßen. Ein geiler Pass. Leider mussten wir immer etwas mit dem gemeinen Pöbel streiten. Das interessierte die einfach mal nicht. Da wird über Absperrungen gesprungen und nicht vor roten Linien halt gemacht. Besonders Kinder kennen da keine Gnade. Getreu dem Motto: lokalisieren, fixieren, anfassen und umschupsen. Und die Eltern? Die juckt das einfach nicht. Die lächeln noch und sind froh, dass es mal zur Abwechslung nicht beißt. Es sollte Schließfächer für diese Bälger geben. Kleine dunkle Kammern, wo sich die Nummern aller paar Minuten ändern. Fassen wir also zusammen: von Links die Harakiriejapaner und von rechts die dicken, lolli-lutschenden Ausgeburten der Hölle. Da wird die Shrek 4D Attraktion zur Kampfarena. Da fließt Blut, nicht nur auf der Leinwand. Trotzdem waren die Universal City Studios einsame Weltklasse. Davon träumt jeder Junge seit seiner Geburt.
Was einen hier geboten wird ist der wahre Wahnsinn. Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen einer Stadtführung mit Bettina. Die Informationen schlugen in Sekundenbruchteilen in unser Hirn ein. Der Bodycount an Gehirnzellen war unglaublich. Es war hoch interessant, wobei ich 98% schon wieder vergessen habe. Aber wir haben in zwei Tagen so viel gesehen. Beverly Hills zum Beispiel. Wir finden den Stadtteil verkommen. Überall diese Touristen mit Kameras. Echt, dass hat der Rodeo Drive nicht verdient. So standen wir also als typische Touristen mit Kamera an der Ecke und schauten den Limousinen nach. Und ganz nebenbei aß ich einen eingeschweißten Zitronenkuchen. Ecke Beverly Hills Drive / Rodeo Drive. Ja ja, an Dekadenz ist das wahrlich nicht zu toppen. Übrigens, der Kuchen war scheußlich. Aber die Folie war aus feinstem Erdöl. Natürlich waren wir auch auf dem Hollywood Boulevard. Am Chines Theater, am Premierenkino, auf dem Walk of Fame. Wir hatten so ein Pech, da gab es doch echt eine Filmpremiere. Und das nennen wir Pech? Ja, wenn es "Jackass 2" ist, nennt man das Pech. Wir wandelten auf historischen Boden. Die Sterne und dann all die Finger- und Handabdrücke. Und überall soviel Touristen. Wo sind wir hier eigentlich? In Hollywood?! Echt mal, sind doch auch nur Stars. Die kacken auch nicht anders als wir. In goldene Schüsseln vielleicht, aber sonst ist alles gleich. Könnt ihr ja einen Arzt fragen. Kommt alles aus dem Gleichen raus. Trotzdem ist es etwas Besonderes, da zu stehen, wo wir standen. Und wenn es nur darum geht, dass man da stand, und all den anderen Touristen das Bild versaute. Weiter geht es auf der Stadttour. Ans Hollywoodzeichen kommt man ja nicht wirklich nah ran. Man könnte ja einen Buchstaben mitnehmen und als Souvenir im Handgebäck schmuggeln. Wir waren aber an der nahsten Stelle. Leider fehlt hier das Teleobjektiv. Wir trösteten uns. Denn auf dem Handy von so manch anderen Touristen sieht man nur einen weißen Pixel. Ansonsten haben wir noch ein paar Shoppingcenter und deren Essens-Spezialitäten kennen gelernt. Nach drei Wochen ist unser Magen nun endgültig versaut. Man glaubt nicht, dass ein Mensch für Spaghettis töten könnte.
Fazit: Los Angeles muss man auf einer Amerikareise unbedingt besuchen. Hier kann man so viel erleben und echte Hollywoodluft schnuppern. Ein Eldorado für Filmfreaks.