Palm Springs / Joshua Tree Park
Und erneut sind wir mitten drin. Im wilden Westen der USA. Im Land der unbegrenzten Reifenplatzer am Straßenrand. Hier kommen mehr Reifen zu Schaden als Tiere überfahren werden. Wobei wir nicht sagen wollen, dass es hier keine überfahrenen Tiere gibt. Die Amerikaner haben das Überfahren von Tieren zur wahren Kunstform erhoben. Das sieht schon beeindruckend aus, wenn eine dieser Höllenmaschinen so ein armes Tier zu Klump fährt.
Die Muster auf der Straße sind eine Ausstellung wert. Aber noch mehr als Tiere verenden Autoreifen auf den Freeways. Eigentlich vergeht keine Meile ohne Reifenfetzen. Manche bis in ihre Atome zerlegt. Dafür gibt es nur zwei Erklärungen, entweder fahren die alle mit billigen chinesischen Gummiimitaten oder es gibt doch noch den einen oder anderen Indianerstamm der mit Pfeil und Bogen auf die westwärts ziehenden Wagenkolonnen zielt. Wir wollen ja noch vom gestrigen Tag berichten. Wir waren nicht mehr im Zoo. Viel besser, wir waren auf einer Kakteen-Odyssee. Nachdem wir den Pool ausgetrunken hatten, wollten wir ein paar echte, wildlebende Kakteen fotografieren. Das dieser Plan nicht so leicht umzusetzen war, dämmerte uns erst, als wir auf dem Weg in den wilden Osten der Stadt echt auf ein paar sehr verlassene Straßen dahin fuhren. So ging es ein paar Stunden lang. Immer wo wir die Kakteen sahen, kamen wir einfach nicht hin.
Alle Menschen schauten verstohlen weg, machten sich aus dem Staub ins Haus und lugten hinter den Vorhängen vor. Oh Gott, sein Parkplatz. Der ortsansässige Beerdigungsunternehmer nahm schon mal Maß. Wir blinzelten gegen die Sonne und warteten. Aber es passierte nichts… Sonntags schien der Ranger keinen erschießen zu wollen. "Das nächste Mal parkt ihr nicht vor einem roten Marker!" "Yes, Sir!" Wir fuhren weiter und schauten beim ausparken noch einmal den roten Marker an. Und wirklich, da stand weiß das Wort "Ranger" darauf. Es war sein Marker! Sein roter Marker! Weiter ging es also durch den Park und dann weiter nach Palm Spring. Jetzt sitzen wir in einem Waschsalon und waschen unsere Sachen. Muss ja auch mal sein. Was wir heute noch machen wissen wir noch nicht. Da wir aber 7 Stunden unterwegs waren, wohl nicht mehr viel. Ein Subway suchen, die Zeit miteinander verbringen und vielleicht noch etwas im Pool planschen. In diesem Sinne: wie nennt man einen weiblichen Kaktus? Kak-Tussi. Fazit: Phoenix scheint eine schöne Stadt zu sein, auch wenn wir davon nicht viel mitbekommen haben. Der Nationalpark war wie immer faszinierend und dessen Namensgebung eine helle Freude. Es wäre schön, wenn man mehr Zeit hätte. Das nächste Mal einfach ein paar Wochen mehr Urlaub beantragen.
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