Seattle

Im US-Bundesstaat Washington, zwischen Puget Sound und Washington-See, liegt Seattle, die bevölkerungsreichste Stadt des Bundessstaates. Zum Gebiet von Seattle gehören unter anderem der Union-See, der Washington-See und auch der Green Lake. Die Berge vom Olympic Nationalpark finden sich im Westen, während sich im Osten die Kaskadenkette erstreckt mit ihrem Mount Rainier, einem 4392 Metern hohen Schichtvulkan, zuletzt 1854 ausgebrochen. An klaren Tagen bietet sich eine wunderbare Aussicht. Durch den Schutz der umliegenden Berge wird die Stadt von heftigen Windböen verschont.

Da Seattle fast komplett von Wasser umgeben ist, herrscht ein mildes ausgeglichenes Klima, das den Besuch der Stadt zu jeder Jahreszeit reizvoll macht. Die Sommer sind warm, aber nicht übermäßig heiß, während im Winter kaum Schnee im Stadtinneren zu finden ist. Aber nicht selten kommt es dann zu Niederschlägen, daher sollte Regenkleidung nicht im Reisegepäck fehlen, zumal sie bei der Besichtigung des Seehafens gute Dienste erweisen könnte. Ansonsten bietet sich die Stadt mit ihrer Umgebung für Wassersport, Wandern, Bergsteigen bis hin zum Wintersport an.

Seattle

Die Geschichte der Stadt Seattle ist recht bewegt. Den Namen hat der Ort nach dem Indianerhäuptling Chief Seattle (1786-1866) vom Stamm der Suquamish, später im Rahmen der Ökologiebewegung des 20. Jahrhunderts bekannt aufgrund seiner berühmten Rede. Die Nachkommen seines Volkes nehmen heute in der Stadt mit seinen über 560 000 Einwohner lediglich einen Anteil von zwei Prozent ein. Die Stadt trägt zusätzlich noch den Beinamen Emerald City, die Smaragdstadt, weil sehr viele Bäume und Büsche mit ihrem Grün das Stadtbild bestimmen. So richtig bekannt wurde die Stadt aber durch den Film „Schlaflos in Seattle“. Übrigens hat Seattle den Titel "Lebenswerteste Stadt der USA" bereits öfter errungen.

Seattle

Die Stadt überstand den Eisenbahnbau, einen Goldrausch und einen Großbrand. Inzwischen hat Seattle sich zu einem wichtigen Handels- und Produktionszentrum entwickelt. Hier findet sich unter anderem die Kinderstube von Boing und Microsoft, natürlich jeweils mit dem passenden Museum dazu. Auch die Filmindustrie ist inzwischen in Seattle zu Hause.

Seattle

Es gibt verschiedene Anreisemöglichkeiten nach Seattle. Einfach zu erreichen ist der Seattle Tacoma Internationale Flughafen, auch SeaTac genannt. Von dort aus kann der weitere Weg per Taxi, Mietauto, Shuttlebus oder Metro (Stadtbus) fortgesetzt werden. Mit dem Amtrak ist die gesamte Westküste mit Seattle per Zug verbunden. Der Bahnhof King Street Station liegt südlich vom Zentrum, während die Greyhound Bushaltstelle im Nordwesten des Zentrums liegt. Der Interstate Highway führt mitten durch die Stadt. Zahlreiche Fähren verbinden Seattle mit anderen Orten bis hin nach Kanada.

Seattle

Die Aussicht über die Stadt kann von einem der frühen Sehenswürdigkeiten von Seattle aus, dem 159 Meter hohen Smith Tower, der bereits 1914 eröffnet wurde, genossen werden. Space Needle dagegen, das aktuelle Wahrzeichen von Seattle, ist ein 184,4 Meter hoher Aussichtssturm mit einem dreigeschossigen Turmkorb, der ein Restaurant und einen Souvenirladen beherbergt. Die Anregung für das Restaurant brachte der Unternehmer Edward Carlson, der zusammen mit dem Architekten John Graham den Turm zur Weltausstellung 1962 konstruierte, ausgerechnet aus Deutschland mit, nämlich vom Stuttgarter Fernsehturm. Die Plattform benötigt 47 Minuten für eine komplette Umdrehung. Das etwas teure Restaurant bietet 300 Gästen Platz.

Bei Besuch des Restaurants ist die Liftfahrt kostenlos, sonst ist der Eintritt mit 9 $ allerdings recht teuer. Zu Fuß wäre man treppauf ungefähr 20 Minuten unterwegs. Geöffnet wird täglich von 8:00 bis 24:00 Uhr. Einen ähnlich guten Überblick über Seattle lässt sich aber auch im Bhy Kracke Park am Queen Hill finden. Zu erreichen ist Space Needle vom Hafengebiet/Broad Street aus. Seattle beherbergt als Kulturzentrum im pazifischen Nordwesten das Seattle Symphonie Orchester, die Seattle Oper und das Pazifische Nordwest Ballet.

Aber auch aktuelle Musik ist in Seattle vertreten. Der Rockmusikstil "Grunge" fand 1990 hier seinen Ausgangspunkt. Selbst Avantgarde Jazzmusiker und bekannte Rapper sind Kinder der Stadt. Im Übrigen wurden auch Jimmy Hendrix und Ray Charles hier geboren. Bedeutend für die Musikscene ist das vom Architekten Frank O. Gehry geschaffene Museum Experience Musikprojekt, welches der amerikanischen Rockmusik gewidmet ist und sich mit Musikern wie Jimi Hendrix, Nirvana und Pearl Jam befasst. Die Verwendung kräftiger Farben, Formen außerhalb der Konvention und ungewöhnlicher Materialien zeigen ganz besonders das Lebensgefühl der Popgeneration.

Das Gelände der Weltausstellung 1962 bietet jetzt Platz für das Seattle Center mit Theatern, Opernhaus bzw. Museen. Dort findet zudem jedes Jahr im Mai das Folklife Festival mit vielen Lifeveranstaltungen statt. Auch die Kunst kommt in Seattle nicht zu kurz. Dies verhindern schon allein einige Museen wie das Museum für Konsolidierte Arbeiten, das Frye-Kunstmuseum beim Capitol Hill, das Seattle Kunstmuseum, die Henry Kunstgallerie und das Seattle Museum für asiatische Kunst. Indianische Kunst findet sich im Burke Museum für Natur- und Kulturgeschichte, welches zugleich auch noch die Bereiche Botanik, Zoologie und Geographie ausstellt. Das Bild wird abgerundet durch ungefähr hundert kommerzieller und einem Duzend nicht geschäftsmäßiger Kunstgalerien oder Ateliers, welche meist einmal im Monat für die Öffentlichkeit ihre Pforten öffnen.

Natürlich gibt es noch eine Menge anderer interessanter Museen in Seattle wie zum Beispiel das Museum für Maritimes Erbe beim Union-See, das Museum für Luft- und Raumfahrt (Boing), das Seattle Metropol Polizei-Museum und das Museum für nordisches Kulturgut in Ballard, welches sich mit der Geschichte skandinavischer Immigranten beschäftigt. Zu erwähnen sind auch noch das Pazifische Wissenschaftszentrum, das Museum für Sciencefiction und das Seattle Aquarium an dem Elliott Bai Hafengebiet.

Wie in jeder größeren Stadt werden auch Stadtrundfahrten angeboten. Eine Standardtour im Busdoppeldecker wird von der Gray Line veranstaltet. Die zweistündige Tour kostet cirka 21$, die dreistündige ungefähr 29 $, eine siebenstündige Tour kombiniert mit einem Trip per Boot kostet um 49$. Die dreistündige Beeline Tours bietet ein ähnliches Programm für 38 $, nutzt aber kleinere Fahrzeuge und hat somit weniger Gäste. Die Show MeSeattle Tours mit ihren 14 Plätzen fährt unter anderem den Troll in Fremont, die Lachsstufen nahe der Schleusen und das Hausboot aus dem Film „Schlaflos in Seattle“ an. Eine Hafenrundfahrt, die Schiffsfahrt zu den Schleusen, zwei unterschiedliche Seerundfahrten oder als besonderes Schmankerl eine Schiffsfahrt mit Abendessen wird von Argosy Cruises angeboten. Die Unterwelt von Seattle kann auf einer unterirdischen Führung der Seattle Underground Tours kennen gelernt werden. Eine Stadttour der etwas anderen Art ist die einstündige Amphibienfahrzeug-Fahrt bei Ride the Ducks Seattle, die teilweise durch den Union-See führt. Allerdings ist die mit 22 $ pro Erwachsenen nicht billige Tour Geschmackssache, aber wohl auch einzigartig.

Verschiedene Parks in Seattle laden zum Spazieren gehen, Joggen oder auch zum Lagerfeuer machen ein. Zu erwähnen sind der Golden Gardens Park in Ballard, der Freiwilligen-Park am Capitol Hill, der Ravenna Park, der Cowen Park, Greenlake, Gaswerke-Park, Myrtle Edwards Park, Entdeckungspark oder das Arboretum der Universität von Washington. Jeder Park hat seinen eigenen Charakter und bietet unterschiedliche Sport- oder andere Freizeitmöglichkeiten an. Auch Farräder oder Inline Skates können teilweise gemietet werden.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Seattle gehört der Woodland Park Zoo mit seinen relativ geräumigen und tiergerechten Lebensräumen für die ausgestellten Tiere. Bei gutem Wetter gibt es sogar eine Greifvogel-Vorführung am Nachmittag. Der Eintritt kostet ca. 10 $.

Von Seattle aus lassen sich auch andere Ausflugsziele bequem erreichen. Der Naturpark Mount St. Helens mit seinem vor einiger Zeit noch aktiven Vulkan ist nicht allzu weit entfernt. Auch ein Besuch der San Juan Insel lohnt sich oder Ausflüge in Kanadas Westen. Hier findet sich ein idealer Ausgangspunkt für die Beobachtung von Walen. Die Autovermietung in Seattle ist überall vor Ort, arbeitet außerdem preiswert und unkompliziert. Da läßt sich ein solcher Ausflug recht schnell organisieren.
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