11. Tag - Kayenta – Page – Grand Canyon – Williams
Nach einer recht erholsamen Nacht in unserem Wohncontainer checkte ich bei der indianischen jungen Dame an der Rezeption aus und wir fuhren weiter in Richtung Westen. Kurze Zeit später bogen wir rechts ab in Richtung des Navajo National Monument. An diesem Ort ist ein im Original erhaltenes Pueblo der Navajo erhalten. In einem Visitors Center erfährt man einiges über die frühen Indianer-Kulturen und den Bau der Pueblos im Allgmeinen. Es gäbe auch Führungen in den Pueblos selbst, aber die Wartezeit hierfür war uns zu lang.
Wir beließen es deshalb bei ein paar Fotos von einem Viewpoint aus und setzten unsere Fahrt in Richtung Page fort. In Page gab es dann erst einmal ein ausgiebiges „Frühstück“ bei KFC; übrigens das erste und letzte mal dass ich diese Kette auf unserer Reise austestete. Die Hähnchenteile trieften nämlich geradezu vor Fett und ich war zudem der Überzeugung, dass in der Friteuse der Küche ein Ölwechsel längst überfällig ist...
Nach dieser etwas unschönen Erfahrung machten wir uns daran, den nahegelegenen Glen Canyon Staudamm zu besichtigen. Vor der Reise hatte ich den Tipp erhalten, diesen dem Hoover Dam vorzuziehen, da er besser einzusehen und nahezu genauso groß ist.
Dort informierten wir uns über die technischen Daten des Damms und sahen ein Video über den Bau. Wir erhielten auch interessante Informationen über die Stromerzeugung und den Wasserhaushalt in der Region. Anschließend gingen wir zu Fuß zurück zur Brücke und gingen auf dieser bis hin zur Mitte, von wo aus man den Damm am besten sehen kann.
Nach den fälligen Fotos gingen wir auf die Rückseite des Damms und sahen hier die Auswirkungen der von den Führern im Visitors Center beschriebenen Wasserknappheit, die seit Jahrzehnten vorherrscht. Die hellen Streifen am Fels stellen die frühere Wasserhöhe des zum Lake Powell aufgestauten Colorado River dar, die aber schon ewig nicht mehr erreicht wurde.
Wir fuhren nun weiter zum eigentlichen Tagesziel: Dem South Rim des Grand Canyon. Nach einigen Stunden Fahrzeit erreichten wir ihn dann, den
Eines fiel uns sofort auf: Im Gegensatz zu den anderen Nationalparks, die wir schon besichtigt hatten, strömten hier wahre Menschenmassen umher. Und das überraschende war: Fast alle Touristen waren aus deutschsprachigen Ländern. Hierbei handelte es sich wohl in der Mehrzahl um Besucher von Las Vegas, die einen Abstecher machen oder aber Teilnehmer an einer Rundreise. Jedenfalls musste man an den Viewpoints regelrecht anstehen, um ein Foto machen zu können. Wie muss es hier wohl erst in der Hauptreisezeit zugehen? Das Warten lohnte sich aber – der Ausblick auf das wohl „größte Loch der Welt“ ist schier unglaublich...
Wir fuhren am South Rim entlang und betrachteten den Canyon von den verschiedenen Viewpoints aus. Egal von wo man auch hinsieht – der Canyon ist wirklich gigantisch. Natürlich durften auch die üblichen Erinnerungsfotos nicht fehlen...
Wir fuhren dann nach Tusayan, wo wir mit Papillon Helicopters einen Rundflug über den Canyon unternehmen wollten. Leider wurde daraus nichts – alle Flüge waren restlos ausgebucht und auch die Wartelisten waren ewig lang. Ich ärgerte mich maßlos über mich selbst, dass ich nicht vorgebucht hatte – dabei fiel mir ein, dass wir ja nur deshalb an einem Wochenende am Grand Canyon waren, weil ich kurz vor Reiseantritt die Route noch etwas geändert hatte – natürlich hatte ich diesen Umstand nicht mehr beachtet... Der Rundflug wird übrigens demnächst nachgeholt – mit Vorbuchung, versteht sich!
So fuhren wir von Tusayan zurück zum South Rim, wo mittlerweile die Dämmerung begann. Nach einem kleinen Spaziergang suchten wir uns eine schöne exponierte Stelle, von wo aus man den Canyon in der Abendsonne fotografieren kann. Leider machte Petrus uns und den Dutzenden anderen wartenden Touristen einen Strich durch die Rechnung: Ein Wolkenband schob sich vor die Sonne und so wurde es erst mal nichts mit den begehrten Fotos. Kurz vor Sonnenuntergang hatte er aber dann wohl doch noch ein Einsehen und es tat sich eine Lücke in den Wolken auf.... SHOWTIME!!!
Obwohl jetzt natürlich nur noch die Spitzen des Canyons beleuchtet wurden, war es trotzdem ein unvergesslicher Anblick. Ein weiterer schöner Tag ging zu Ende, und beim Anblick der untergehenden Sonne wurde ich unweigerlich an die legendären Fotos aus Blacky Fuchsbergers „Auf los geht’s los“ erinnert...
Nach Einbruch der Dunkelheit sahen wir uns in Tusayan den IMAX-Film über den Grand Canyon an - quasi als Entschädigung für den entgangenen Rundflug. Ein wirklich sehenswerter Film. Nach dessen Ende fuhren wir noch etwa eine Stunde in Richtung Süden bis zur Route 66 und suchten uns in Williams/AZ ein günstiges und gutes Motel6 - so entgingen wir den recht gesalzenen Zimmerpreisen in Tusayan. In einer nahegelegenen Sportsbar ließen wir den Abend ausklingen. Ein echt authentisches Erlebnis, denn außer uns waren nur Einheimische in der Bar, etliche davon bereits nachhaltig alkoholisiert und deshalb recht redselig. Einer der Gäste erzählte mir, dass der Grand Canyon und der Tourismus die einzige große Einnahmequelle in der Gegend sind, weshalb viele auf George W. Bush wegen seiner Haltung zu Frankreich und Deutschland nicht allzu gut zu sprechen sind - stellen doch Touristen aus diesen Ländern einen hohen Anteil der Besucher in der Gegend.
Gegen 23.00 Uhr gingen wir zurück zu unserem Motel und schliefen zufrieden ein.
12. Tag - Williams – Route 66 – Joshua Tree NP – Palm Springs