12. Tag - Williams – Route 66 – Joshua Tree NP – Palm Springs

Gleich nach dem Auschecken morgens fuhren wir in Richtung Westen los. Einige Meilen nach Williams zweigt von der I-40 die historische Route 66 ab, die wir natürlich auch nahmen. Ein ganzes Stück läuft neben der historischen Straße ein Schienenstrang her, auf dem dann auch ein Güterzug auftauchte. Da dieser nahezu genauso schnell fuhr wie wir, fuhren wir eine ganze Zeit nebeneinander her. Der sehr lange Zug wurde von gleich drei Lokomotiven gezogen....

Williams


Das ist übrigens scheinbar nicht mal so außergewöhnlich, kam uns doch etwas später ein noch längerer Zug entgegen, der von gleich fünf (!) Lokos gezogen wurde. Wir fuhren durch etliche kleinere Orte, in denen noch der alte Flair der Route 66 vorherrscht. Über den General Store in Hackberry hatte ich vor Reiseantritt schon einiges gelesen, deshalb machten wir hier halt. Der kleine Store ist wirklich sehenswert, man könnte ihn als eine Art Mischung aus Souvenirladen und Museum bezeichnen. An der Eingangstür hing ein unmissverständliches Schild, das ich unbedingt fotografieren musste...

Williams


Außerdem steht noch eine sehr gut erhaltene Chevy Corvette aus den 50er Jahren vor der Tür, die Claudia liebend gerne gegen unseren GrandAm eingetauscht hätte...

Route 66


Wir kauften uns im Store noch ein US-Nummernschild mit dem „Route 66“-Schriftzug, das seither das Seitenfenster unseres BMW ziert, und setzten dann unsere Fahrt fort. In Kingman packte uns dann der Hunger und wir statteten unserer Lieblings-Restaurant-Kette „Denny’s“ erneut einen Besuch ab.

Gestärkt ging es weiter. Der heutige Tag war vor allem als „Fahrtag“ eingeplant, galt es doch, den langen Weg bis hinunter in die Gegend um Palm Springs zurückzulegen. So fuhren wir stundenlag durch recht ödes Gebiet, lediglich die Gegend am Lake Havasu gefiel uns ganz gut. Zwischendurch rief mich mein Freund aus Philadelphia am Handy an – er hatte ursprünglich geplant, uns die letzten Tage unserer Rundreise in San Francisco zu besuchen, was aber dann wegen Zeitmangels seinerseits nicht klappte.

Am Spätnachmittag trafen wir endlich in 29 Palms ein und fuhren nach erneutem Tankstopp gleich in den

Route 66


Am Parkeingang gibt es ein Visitors Center, an dem wir wie üblich das so nützliche Karten- und Infomaterial erhielten.

Schon nach kurzer Zeit fielen uns die so bizarr anmutenden Joshua Trees ins Auge – kein Baum gleicht hier dem anderen und es gibt sie in allen erdenklichen Größen und Formen...

Route 66


Der Bewuchs mit diesen Bäumen wurde immer dichter und kurz später fuhr man durch einen regelrechten „Joshua-Wald“...

Joshua Tree NP


Einige Zeit später trafen wir auf die zweite Hauptattraktion des Parks – die Jumbo Rocks. Kaum zu glauben, dass diese Felshaufen von der Natur so geschaffen wurden...

Joshua Tree NP


Na, wer hat den denn da drauf gelegt...?

Joshua Tree NP


Einer der Felsen sieht mit ein bißchen Phantasie tatsächlich aus wie ein Totenkopf und heißt demnach auch folgerichtig "Skull Rock"

Joshua Tree NP


An der Südseite des Parks trafen wir auf den „Keys View“, einem Aussichtspunkt, von dem man bei gutem Wetter einen tollen Überblick über Palm Springs und das Coachella Valley hat. Leider war das Wetter nicht so überragend, so dass ich kein wirklich brauchbares Foto zustande brachte. Eine interessante Information am Rande: Die Sicht wird auch bei gutem Wetter seit Jahrzehnten immer schlechter, weil der Smog des Molochs Los Angeles u. a. durch dieses Tal abzieht und so die Luft trübt.

Bei der Ausfahrt aus dem Nationalpark kam uns noch ein Coyote entgegen – für uns die erste Begegnung mit dieser Art Tiere. Völlig überrascht waren wir auch von der Tatsache, dass sich diese gelehrigen Tiere sogar ans Rechtsfahrgebot halten...

Joshua Tree NP


Da die Dämmerung schon hereingebrochen war, fuhren wir den „29 Palms Highway“ weiter in Richtung Palm Springs, wo wir abends noch weggehen und dann übernachten wollten. Auf Anhieb fand ich auch auf den „Palm Canyon Drive“, der Hauptstraße durch Palm Springs. Schon beim Durchfahren dieser Prachtstraße kamen mir starke Zweifel, ob wir hier zentrumsnah eine Unterkunft finden würden, die in unseren Reiseetat passen würde.

Doch wieder wurden wir überrascht: Direkt am Ende des Hauptteils des Palm Canyon Drive stießen wir auf ein sehr schön angelegtes Motel 6, wo wir auch prompt nach den Übernachtungspreisen fragten. Ich erwartete eigentlich, dass sich auch die Motelkette an das gehobene Preisniveau von Palm Springs angepasst hätte – und sah mich getäuscht. Der Preis war mehr als günstig, das Zimmer nagelneu eingerichtet und sauber und der logischerweise darauf folgende Checkin erfolgte in biturboschneller Geschwindigkeit: Nach etwa 45 Sekunden war das Formular ausgefüllt und unterschrieben, die Kreditkarte durch den Schlitz gezogen und wir hielten die Zimmerschlüssel in der Hand. Das nenne ich Service!!!

Wir machten uns frisch und gingen den Palm Canyon Drive hinunter. Dort fanden wir ein erstklassiges mexikanisches Restaurant, in dem wir stilvoll „dinierten“.

Danach verfolgten wir noch ein bisschen US-Sport in einer Sportsbar mit Livemusik (zur Erinnerung: Die USA lagen zu der Zeit im Baseball-Fieber, Red Socks gegen Yankees) und gingen dann zurück ins Hotel.

13. Tag - Palm Springs – San Diego

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