3 Tag: Lake Tahoe – Yosemite NP

Nach einer erholsamen Nacht in South Lake Tahoe und den obligatorischen morgendlichen Muffins ging es weiter in Richtung Süden. Am Topaz Lake vorbei führte uns der Weg bis hinunter zum Mono Lake, wo wir kurz am Parkplatz hielten und über eine Art „Boardwalk“ hinunter zum See wanderten.

Lake Tahoe


An diesem hölzernen Gehweg entlang sind in den entsprechenden Abständen die Ausmaße des Sees in den letzten Jahrzehnten gekennzeichnet. Der Mono Lake wird von Jahr zu Jahr kleiner, da die Zuflüsse zum See zum Großteil abgepumpt werden, um Trinkwasser für die Großstadt Los Angeles zu gewinnen – eine in Zeiten des immer wichtiger werdenden Umweltschutzes recht fragwürdige Praxis. Der Salzsee bildet so mehr und mehr Salzformationen heraus, die oft bizarre Formen annehmen.

Lake Tahoe


Mit der Besichtigung des Sees hielten wir uns jedoch nicht lange auf – es galt schließlich, noch einiges an Strecke zu machen. Nach einem kleinen Mittagessen in Lee Vining gingen fuhren wir in Richtung Tioga Pass hinauf. Das Interessante an dieser Strecke ist die sich ständig verändernde Landschaft. Während an der Ostseite der Sierra Nevada, wo man am Mono Lake startet, noch eine absolut karge Vegetation herrscht, wird diese immer üppiger, je weiter man in Richtung Westen fährt. Der Grund hierfür liegt auf der Hand – die vom Pazifik hereinziehenden Wolken schieben sich an der Westseite des Gebirgszugs hinauf und regnen dort logischerweise ab – an der Ostseite kommt dann Regen nur noch sehr spärlich an.

Nach einiger Fahrzeit erreichten wir dann den Eingang zum Yosemite Park – hier kam uns eine Gruppe Motorradfahrer entgegen – für mich als eingefleischten Biker natürlich sehr interessant. Zu meinem Erstaunen war bei den Amerikanern im Park nur eine einzige Marke angesagt: BMW! Und das nicht nur im Bezug auf die Motorräder, sondern auch die Helme, Lederkombis und sogar –stiefel stammten vom Zubehörhandel der deutschen Marke. Hätte ich ehrlichgesagt so nicht erwartet...

Yosemite NP


Wir selbst deckten uns am Parkeingang natürlich mit dem National Parks Pass ein – schließlich sollten ja im Verlauf der Reise noch viele Parks besucht werden. Dann ging die Fahrt weiter bis hin zum Tenaya Lake, wo wir kurz zum Fotografieren stoppten. Das Wetter wurde jetzt deutlich besser, die Sonne schien und es versprach ein wundervoller Tag im Yosemite zu werden.

Yosemite NP


Unser nächster Stopp erfolgte dann natürlich am Olmstead Point, von wo aus man den berühmten Half Dome von hinten sehen kann. Hier durfte natürlich ein Erinnerungsfoto nicht fehlen.

Yosemite NP




Yosemite NP


Nach einer weiteren halben Stunde Fahrzeit erreichten wir den Eingang zum Yosemite Valley, dem zentralen Punkt im Nationalpark. Hier konnte man zum ersten mal den atemberaubenden Blick ins Tal genießen.

Yosemite NP


Im Tal selbst machten wir den ersten Stopp bei den Bridalveil Falls – dieser Wasserfall führte aber aufgrund der herbstlichen Jahreszeit nur sehr wenig Wasser. Andere waren komplett ausgetrocknet. An den schwarzen Rändern konnte man aber erkennen, wie groß der Wasserfall im Frühjahr zur Schneeschmelze sein muss. Im Bereich des Wasserfalls sahen wir auch einen kleinen Waldbrand – diese werden durch die Park Rangers überwacht und werden absichtlich gelegt – aber davon später mehr.

Yosemite NP


Weiter ging es ins Tal hinein. Unterwegs passierten wir „Cathedral Rock“ mit seinen schroffen Felsformationen.

Yosemite NP


Kurze Zeit später standen wir vor „El Capitan“ – dem zweithöchsten Berg im Tal - zweifelsohne ein atemberaubender Felsbrocken. Angeblich soll es sogar Bergsteiger geben, die in der Steilwand im Seil hängend sogar übernachten (!).

Yosemite NP


Wir beließen es bei einigen Fotos und setzten die Fahrt fort. Das Wetter hätte nicht besser sein können, es war sonnig, nahe 30° C und aufgrund der herbstlichen Jahreszeit war der Park keineswegs überlaufen. Etwas später bogen wir auf den Parkplatz beim Visitors Center ein. Von dort hatte man einen tollen Blick auf die Hauptattraktion des Parks, den Half Dome. Dieser Berg bietet wirklich einen einmaligen Anblick und ich kann gar nicht sagen, wie oft ich ihn letztlich aus allen möglichen Perspektiven fotografiert habe.

Im Visitors Center hielten wir uns nicht lange auf – die Snacks waren allesamt maßlos überteuert und so beließen wir es bei ein paar Postkarten. Wir fuhren dann das Tal zurück, bogen diesmal aber in Richtung Wawona Tunnel ab.

Von dort aus bietet sich einem erneut ein atemberaubender Ausblick auf das ganze Tal – das gute Wetter spielte auch mit und so lief meine Canon regelrecht heiß.

Da es erst Spätnachmittag war, beschlossen wir, den eigentlich für tags darauf geplanten Ausflug zum Glacier Point schon heute zu unternehmen und sich so das eine oder andere Foto beim Sonnenuntergang zu sichern. Auf dem Weg dorthin blieben wir noch am Taft Point stehen – hier kann man sehr gut erkennen, wie gerade der Half Dome durch die Gletscher geschliffen wurde.

Am Glacier Point war ich dann natürlich nicht der einzige, der auf das begehrte Foto wartete. Für mich überraschend allerdings, dass etwa 75% der Besucher dort Deutsche waren. Egal – etliche Fotos des in Rottönen erstrahlenden Bergs entschädigten für die lange Anfahrt.

Nach dem Sonnenuntergang fuhren wir noch eine knappe Stunde weiter aus dem Park hinaus – schließlich wollte ich mir die recht hohen Preise der Logdes im Park nicht antun. In Oakhurst wurde ich dann tatsächlich auch fündig – ein „Best Inn“ bot schöne, saubere Zimmer recht preiswert an. In einem nahegelegenen Fischrestaurant bekamen wir dann nach kurzer Wartezeit noch einen Tisch für zwei Personen – und das Warten sollte sich lohnen. Das Essen war hervorragend und noch dazu preiswert. Insgesamt kann ich den preisbewussten Besuchern nur empfehlen, zum Übernachten aus dem Park hinaus nach Oakhurst zu fahren – günstige Hotels, Supermärkte und Restaurants sind dort reichlich vorhanden.

Fast erschlagen von den ganzen Eindrücken des Tages fielen wir auch heute wieder todmüde ins Bett.

4. Tag - Yosemite – Ridgecrest