6. Tag - Las Vegas
Heute schliefen wir richtig lange aus – schließlich war dies der erste Tag, an dem überhaupt nicht gefahren werden musste. Auf dem Plan stand die Erkundung des Strips.
Da ich aber tags zuvor in dem beim Einchecken erhaltenen Couponheft Gutscheine gefunden hatte, die Hotelgästen des Stratosphere eine kostenlose Fahrt auf die Turmspitze (allerdings nur zur Mittagszeit) ermöglichen, nutzten wir zuvor dieses Angebot noch aus. Die Aussicht vom Turm bei Tag ist natürlich nicht annähernd so spektakulär wie nachts, dennoch hat man aber einen guten Überblick. Ein Erinnerungsfoto durfte wiederum nicht fehlen. Die „Lederne“ hatte ich extra für diesen Tag nach USA mitgenommen; schließlich wollte ich abends überprüfen, wie authentisch das Hofbräuhaus in Las Vegas aufgezogen ist...
Nach etlichen Fotos fuhren wir zurück nach unten und begannen unsere Erkundungstour des Strips. Ich hatte vor Reiseantritt bereits viele Warnungen von Vegas-Besuchern gelesen, man solle die Entfernungen am Strip nicht unterschätzen. So beschlossen wir, die weniger aufsehenerregenden Hotels am North Las Vegas Boulevard links liegen zu lassen und fuhren mit dem Pendelbus (der im Übrigen vollkommen überfüllt war) erst mal bis hinunter zum Treasure Island. Dort begannen wir, den Strip zu erkunden.
Nachdem wir im Stratosphere noch nichts gegessen hatten und sich angesichts der Mittagszeit der Hunger einstellte, wollten wir im TI das Buffet testen. Als ich jedoch im Eingangsbereich einen Hotelangestellten fragte, wie ich den Weg zum Buffet finden könne, meinte dieser nur lapidar, er würde mir empfehlen, zum Essen nach nebenan in das Mirage zu gehen, weil das Buffet dort wesentlich besser sei. Etwas verwundert über so eine Aussage befolgte ich seinen Rat und wir betraten das Mirage. Schon der Eingangsbereich hier ist ein wahrer optischer Leckerbissen: Pflanzen wie in der Südsee befinden sich in der Lobby, und die Einrichtung ist wirklich sehr schön. Wir begaben uns also zu „Cravings“, dem hoteleigenen Buffet. Natürlich befand sich davor eine kleine Warteschlange, aber nach ca. 10 Minuten konnten wir den Buffetbereich betreten.
Während des Wartens wurde ich von zwei deutschstämmigen Texanern auf meine für Vegas etwas unübliche Bekleidung angesprochen – wir plauderten ein wenig und schon entstand die Idee, sich zusammen an einen Tisch zu setzen. Conrad und Fred sprachen auch deutsch und so verbrachten wir satte 2,5 Stunden im Buffetbereich. Das Buffet selbst kann ich übrigens wärmstens empfehlen – es ist allererste Sahne und die Auswahl ist auch unglaublich groß. Nach dem Essen wurde noch ein Erinnerungsfoto geschossen und man vereinbarte, sich evtl. mal wieder zu treffen. Vielleicht ja auch der Anlaß, mal Texas in meine Reisepläne aufzunehmen.
Pappsatt starteten wir unsere Erkundungstour. Das Wynn, das während unseres Besuchs noch nicht eröffnet war, konnte ich nur von außen fotografieren.
Im Anschluß besichtigten wir das luxuriöse Venetian auf der anderen Seite des Strips. Dieses Hotel stellte sich später dann auch als Claudias Favorit in Sachen „schönstes Hotel“ heraus. Es ist wirklich ein getreuer Nachbau der italienischen Stadt Venedig (nur nicht so schmutzig) mit echten Gondolieri, einem Kanal und sogar einem Taubenschwarm (!), dazu noch absolut luxuriös eingerichtet. Die Preise sind allerdings auch gesalzen...
Weiter ging es den Strip hinunter. Einige der Hotels fotografierten wir nur von außen, andere betraten wir und sahen uns auch die Lobby an. Ich selbst war vor allem vom Cesars Palace, vom Aladdin und vom MGM beeindruckt. Sehr luxuriös fanden wir auch das Bellagio; das muss es bei den Zimmerpreisen aber wohl auch sein.
Beim Betreten des Excalibur, das vor dem Stratosphere eigentlich meine erste Wahl für eine Buchung war, war ich recht dankbar, dass die Preise dort entsprechend hoch waren. Die Einrichtung fand ich nämlich schon etwas kitschig; das Thema Mittelalter könnte man besser umsetzen.
Mittlerweile war es Abend geworden und zudem drückte mich die oben schon erwähnte Neugier wegen des Hofbräuhauses. Wir schlenderten also die Harmon Ave rüber und betraten das Hofbräuhaus. Meine ursprünglichen Befürchtungen, es könnte sich dabei um einen billigen, amerikanisierten Abklatsch des Münchner Originals handeln, bestätigten sich aber nicht. Es ist eine originalgetreue Kopie, sogar die Dirndl der Bedienungen und das HB Bier sind echt. Einzig die Tatsache, dass man am Eingang warten muss („Wait to be seated“), störte etwas. Musik kam von einer Blaskapelle, die den Gästen richtig einheizte, u. a. mit Kuhglocken- und Alphorneinlagen. Wie ich von einem der Musiker erfuhr, handelte es sich um eine Tiroler Kapelle, die für einige Wochen von den Machern des Hofbräuhaus Las Vegas angeheuert wurde.
Nach zwei Maß hatte ich genug von der „Heimat“ und wir ließen uns von einem Taxi zum Luxor chauffieren. Hier war erst einmal ein erneutes Erinnerungsfoto fällig – zwischen den Statuen, versteht sich. Das Luxor mit seinem riesigen Atrium und den hängenden Zimmern gefiel mir auch besonders gut; auch das Thema Ägypten war hier toll umgesetzt. Wir nahmen das „Pharaos Pheast Buffet“ in Anspruch, weil mir dieses von mehreren Seiten empfohlen wurde. Es war tatsächlich ganz gut; an das „Cravings“ vom Mittag kam es aber nicht ran.
Nach dem Essen hatten wir genug vom Besichtigen; außerdem taten mir mit meinen Haferlschuhen die Füße schon dermaßen weh dass ich keine Lust mehr zum Laufen hatte. Die Werbetafel des Tropicana musste ich aber doch noch fotografieren... es hört einfach nicht auf...!
So nahmen wir den Pendelbus am Strip und fuhren zurück zum Hotel. Die Fahrt gestaltete sich dann auch recht lustig – neben uns saß irgendeine Mischung aus Tunte, Faschingskostüm und Hinterlader, der im Anblick meiner Hose auf die tollsten Gedanken kam. Ich will das hier gar nicht weiter ausführen; ihr könnt Euch mit dem Bild selbst einen Reim darauf machen. Ich selbst amüsierte mich köstlich über diesen Kerl, Claudia war hingegen von seinen Absichten nicht so begeistert...
Im Stratosphere tranken wir dann noch eine Kleinigkeit an der Bar und ließen den Abend dann im Zimmer am Fernseher ausklingen. Sicher, es wäre noch viel mehr zu besichtigen gewesen in Vegas, aber wir waren von der Latscherei hundemüde.
Zudem hatten wir bereits fest beschlossen, irgendwann nach Vegas zurückzukehren – mindestens eine Woche, um sich alles in Ruhe ansehen zu können und auch mal zu relaxen. Das wird übrigens am 24.11. diesen Jahres passieren...
7. Tag - Las Vegas – Zion NP