8. Tag - Zion NP – Bryce Canyon – Torrey

Nur ungern verließen wir am heutigen Morgen unsere Lodge – zu gut hatte es uns dort gefallen. Aber ein weiterer Tag am Zion NP hätte meinen Zeitplan komplett durcheinander gebracht, und es hab ja schließlich auch noch andere Parks zu besichtigen.

Wir machten uns also auf den Weg in Richtung des Bryce Canyon, der auch unser heutiges Hauptziel darstellte. Vor Erreichen des Bryce Canyon durchfuhren wir aber noch den sog. „Red Canyon“, eine Art kleiner Ableger des Bryce. Die tiefroten Felsen des Red Canyon gaben uns dann schon einen kleinen Vorgeschmack, was uns heute erwarten würde.

Zion NP


Nach etwa 2 Stunden Gesamtfahrzeit erreichten wir dann den Nationalpark und konnten erneut unseren National Parks Pass zum Einsatz bringen - wie üblich gab es auch hier wieder umfangreiches Karten- und Informationsmaterial.

Bryce Canyon


Das Wetter war für eine Besichtigung des Parks optimal, es war sonnig und nicht zu warm. Schon nach kurzer Zeit hielten wir beim ersten Viewpoint und genossen die schier unglaubliche Aussicht auf die sog. Hoodoos des „Bryce Amphitheaters“. Diese Gebilde aus rotem Sandstein kommen so nur im Bryce Canyon vor.

Bryce Canyon


Ich konnte mich daran gar nicht satt sehen und wir beschlossen, eine kurze Wanderung nach unten zum Fuß der Hoodoos zu machen. Wir gingen also los und fanden uns schon bald auf einem engen, serpentinenförmig nach unten führenden Wanderweg wieder.

Bryce Canyon


Unten angekommen kamen wir dann aus dem Staunen gar nicht mehr heraus – von diesem Blickwinkel aus sahen die Gesteinsformationen noch beeindruckender aus als von oben. Außerdem variierte die Farbe der Hoodoos mit unterschiedlichem Lichteinfall von tiefrot bis hin zu hellbraun.

Bryce Canyon


Bryce Canyon


Wir gingen den Wanderweg weiter und trafen auf einen Punkt, an dem die Hoodoos ganz eng aneinander stehend eine Art Klamm bildeten und beiderseits des Weges senkrecht nach oben ragten.

Bryce Canyon


Bryce Canyon


Mit einem kurzen Blick in das erhaltene Kartenmaterial überprüfte ich, wohin der durch diese Klamm führende Weg wohl führt und stellte fest, dass wir uns noch am Anfang eines längeren Trails befanden, der sich über etliche Meilen hinzog und an einem anderen Aussichtspunkt endet. Da wir weder die Zeit für so eine lange Wanderung noch jemanden hatten, der unser Auto nachgefahren hätte, kehrten wir um und setzten die Fahrt mit dem Auto fort. Überflüssig zu erwähnen, dass uns der Aufstieg zum „Rim“ ungleich schwerer fiel als der vorangegangene Abstieg...

Wir hielten im weiteren Verlauf an jedem Viewpoint und sahen uns den Canyon aus den verschiedensten Blickwinkeln an. Allein um das „Amphitheater“ gibt es vier eigene Punkte; und die verschiedenen Aussichtspunkte haben selbstredend alle klangvolle Namen wie „Sunrise Point“, „Inspiration Point“ oder „Rainbow Point“. Etwas später gelangten wir zu einem Punkt, von dem man aus fast den gesamten Bryce Canyon überblicken kann – ein unvergesslicher Anblick. An diesem Punkt erklärte auch eine Park Ranger(in) die Entstehungsgeschichte und die geologischen Vorraussetzungen für das Entstehen der „Hoodoos“.

Bryce Canyon


An einem weiteren Viewpoint war dann eine „Natural Bridge“ zu sehen – die aber eigentlich ein Arch ist, weil sie ohne den Einfluß eines fließenden Gewässers entstanden ist. Mit 38 Metern Spannweite hat sie/er durchaus imposante Maße – vor allem, wenn man wie wir zu diesem Zeitpunkt, die viel größeren Exemplare im Arches NP noch nicht gesehen hat...

Bryce Canyon


Am Spätnachmittag verließen wir dann den Bryce Canyon – schließlich hatten wir noch ein gutes Stück Fahrerei vor uns. Ich wollte es am heutigen Tage auf alle Fälle noch in die Gegend um Torrey schaffen, um tags darauf keine recht langen Anfahrtswege zu haben, und das bedeutete noch etwa drei Stunden Fahrzeit. Unterwegs durchfuhr man die verschiedenartigsten Landschaften, und u. a. traf ich dann auf ein wundervolles Panorama in der Abendsonne, das ich Euch nicht vorenthalten will...

Da ich auch heute kein festes Hotel vorgebucht hatte, fuhr ich also in den winzigen Ort Torrey hinein. Am Ortseingang war mir zwar gleich ein „Days Inn“ aufgefallen, das ich aber vorerst links liegen ließ; schließlich sind diese Motels eh nahezu überall gleich, und in diesem urigen Örtchen wollte ich etwas „authentischeres“ haben. Kurz darauf fand ich dann exakt das, was ich gesucht hatte: „Austin’s Chuckwagon Motel“, nebst daneben liegendem General Store. Das familienbetrieben Motel hatte zwar keine Zimmer mehr im neueren Gebäude frei, dafür aber noch eins in dem viel älteren Teil – offensichtlich noch vom Anfang des vorigen Jahrhunderts stammend, dafür aber noch wesentlich preiswerter als die „normalen“ Zimmer. Mir gefiel das Motel auf Anhieb und wir nahmen das Zimmer im alten Gebäude. Dieses war zwar einfachst eingerichtet, aber sauber und verfügte über die übliche Ausstattung, incl. Fernsehgerät. Da jedoch alles aus Holz war, kam richtige Westernstimmung bei uns auf und wir waren froh, nicht das Days Inn gebucht zu haben. Der kauzige Mann im Motelbüro – offensichtlich auch Inhaber des kleinen Komplexes – war sehr nett und gab uns noch einige Restaurantempfehlungen für das Abendessen – diese hielten sich natürlich in Anbetracht der äußerst übersichtlichen Größe von Torrey in Grenzen. Gleichwohl genossen wir dann noch ein sehr gutes Dinner, wenn auch der gesalzene Preis dafür gar nicht so recht zur Beschaulichkeit des Ortes passen wollte.

Offensichtlich zieht man hier Nutzen aus dem bereits erwähnten recht beschränkten Angebot. Wir ließen den Tag auch heute wieder auf unserem Zimmer ausklingen – was hätten wir auch sonst tun können...???

9. Tag - Torrey – Goblin Valley – Dead Horse Point SP – Arches NP

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