9. Tag - Torrey – Goblin Valley – Dead Horse Point SP – Arches NP
Der heutige Tag sollte es in sich haben – gleich mehrere kleine Naturparks waren unser Ziel. Nachdem wir aus der gemütlichen Chuckwagon Lodge ausgecheckt hatten, fuhren wir weiter auf dem kleinen Highway 24 in Richtung Norden. Vor Fahrtantritt deckten wir uns bei Subway in Torrey noch mit einem Footlong Sub ein, der zusammen mit einigen Diet Cokes das Frühstück ersetzte – auch in dieser Hinsicht wurden wir immer „amerikanischer“...
Wir durchquerten mit dem Auto kurz später den Capitol Reef NP, ohne hier aber zu wandern oder etwas zu besichtigen – leider reichte unser Zeitplan nicht aus, um alle Nationalparks zu besuchen.
So bogen wir einige Zeit später von der Hauptstraße nach links in eine kleine Nebenstraße ein, um etliche Meilen später das erste Highlight des heutigen Tages zu erreichen:
Am Eingang zu dem State Park, in dem der National Parks Pass keine Gültigkeit hat, fand ich ein kleines Ranger-Häuschen, das jedoch verwaist war. Auf einem Schild war die Anweisung zu lesen, in Abwesenheit eines Rangers das Eintrittsgeld von $5 pro Auto in eins der dort befindlichen Kuverts zu stecken, Name und Kfz-Kennzeichen darauf zu notieren und in eine Box einzuwerfen. Etwas erstaunt über so viel Vertrauen zu den State-Park-Besuchern (es war ja auch keine Schranke o. ä. vorhanden, die potentielle Nicht-Zahler von der Einfahrt in den kleinen Park abgehalten hätte) entrichtete ich also meinen Obolus, trug die erforderlichen Daten auf dem Kuvert ein und warf letzteres in die bereitgestellte Box, nicht ohne vorher den Bestätigungscoupon mit aufgedruckter Kuvert-Seriennummer abgetrennt und aufs Armaturenbrett gelegt zu haben. So fuhr ich also die paar Meter weiter zu dem kleinen Parkplatz und stellte dort unseren GrandAm ab. Hier muss den „Mitfahrern“, die besagten State Park noch nicht besucht haben, vielleicht gesagt werden, dass es sich bei Goblin Valley um einen winzigen Park handelt, der insgesamt vielleicht einen halben Quadratkilometer groß ist (gut drei Acres). Es gibt keine Wanderwege, man schlendert einfach inmitten des Parks hindurch, wie man gerade will.
Hier bot sich uns dann ein grotesker Anblick: Viele kleine, pilzartige Gebilde, die mit einiger Phantasie als Zwerge, Kobolde oder Gnome angesehen werden können – das gab dem Park schließlich auch seinen Namen.
Claudia und ich fotografierten uns gegenseitig inmitten der eigenartigen Felsen – dabei entstanden kuriose Aufnahmen. Für Euch die Gelegenheit, endlich den von mir in Las Vegas erstandenen Cowboyhut zu bewundern...
Bei einigen Gebilden muss die Phantasie gar nicht so groß sein, um in diesen ein Gesicht zu erkennen ...
Wir wanderten etwa eine Stunde im Park umher, bevor wir wieder zum Parkplatz gingen. Außer uns standen dort nur zwei weitere Pkws, als plötzlich ein Fahrzeug der Parkverwaltung mit einem Park Ranger auftauchte. Jetzt zahlte sich meine Ehrlichkeit am Parkeingang aus – er überprüfte nämlich jeden Wagen, ob dort ein Coupon eines Kuverts hinterlegt war, und notierte die Nummer sowie das zugehörige Kfz-Kennzeichen. Logisch, dass diese anschließend am Parkeingang mit den eingeworfenen Kuverts und deren Inhalt verglichen wurden...
Wir fuhren die paar Meilen zurück zum Highway 24 und setzten unsere Fahrt weiter Richtung Norden fort. Dieser mündete in den Highway 70, in den wir nach rechts einbogen. Kurze Zeit später bogen wir erneut rechts ab, auf den Highway 191. Dort lag nämlich unser nächstes Ziel, ebenfalls wieder ein kleiner State Park:
Dieser kleine Park besteht aus einem einzigen Aussichtspunkt auf der Spitze einer Klippe, von der man einen gigantischen Ausblick auf das Tal des Colorado River hat. Der Name des Parks rührt von dem Zweck her, den diese Stelle früher einmal erfüllen musste: Hier wurden nämlich Mustangs eingefangen und eingesperrt, indem man sie auf die Klippe trieb, den engen, flaschenartigen Zugang zur Klippe versperrte und die Wildpferde dort oben erst einmal tagelang dursten ließ, um sie gefügig und zahm zu machen. Einmal ist dabei wohl vergessen worden, die überschüssigen Mustangs wieder raus zu lassen und diese verendeten dann – dies brachte dem Park seine Bezeichnung ein.
Ein wenig erinnert der State Park, für den $7 zu berappen waren, an den Grand Canyon – nur etwas kleiner halt.
Natürlich durfte auch hier das obligatorische Erinnerungsfoto nicht fehlen...
Wir hielten uns am Dead Horse nicht lange auf – sondern fuhren das kurze Stück rüber zum eigentlichen Hauptziel des heutigen Tages:
Es war mittlerweile Nachmittag und die Sonne brannte ziemlich heiß. Wir fuhren an den ersten Sehenswürdigkeiten - Three Gossips, The Organ und Petrified Dunes - vorbei, nicht ohne dort ausgiebig zu fotografieren. Den ersten Halt machten wir dann am Balanced Rock – schier unglaublich, was Mutter Natur so alles hervorbringen kann...
An der „Parade of the Elephants“ vorbei fuhren wir bis hin zu dem Trailhead, der zu den „Windows“ führte und wir wanderten den kurzen Weg zu den Bögen hin – zum ersten mal die Arches hautnah zu erleben, war für mich ein wunderbares Erlebnis...
Übrigens: Der kleine helle Punkt unter dem Arch ist Claudia...
Weiter führte uns der Weg zum wohl bekanntesten Bogen: Dem Delicate Arch. Da die Zeit schon fortgeschritten und es immerhin auch schon der dritte Park des heutigen Tages war, erwanderten wir nur den kurzen Weg zum Delicate Arch Viewpoint, von wo aus man einen schönen Ausblick auf den gleichnamigen Bogen hat – trotz des relativ kurzen Weges war Claudia sichtlich gezeichnet. Tolle Fotoaufnahmen entschädigten aber für den kurzen Aufstieg...
Obwohl es schon langsam dämmerte, hatten wir noch nicht genug vom Park. Wir gingen noch den kurzen Weg zum Sand Dune Arch und den etwas längeren zum Broken Arch hin. Ich war so begeistert von dem Park, dass ich am liebsten auch den Rest gleich jetzt noch besichtigt hätte – die hereinbrechende Dunkelheit machte uns aber einen Strich durch die Rechnung.
Wir fuhren also den ganzen Weg zurück zum Parkeingang und von dort ins nahe gelegene Moab, wo wir übernachten wollten. Auf Anhieb bekamen wir im Days Inn ein schönes, geräumiges und preisgünstiges Zimmer – dieser lokale Ableger der bekannten Motelkette kann übrigens ohne Einschränkung empfohlen werden.
Die diversen Wanderungen des Tages hatten natürlich großen Hunger in uns geweckt. Fündig wurden wir diesbezüglich im nahegelegenen „Eddie McStiffs“ Brewpub. Hierbei handelt es sich um eine der in den USA immer beliebteren Microbreweries, also einer kleinen Hausbrauerei mit Restaurant. Beim Studium der Angebote stellte ich voller Überraschung fest, dass unter den etwa 10 hauseigenen Biersorten sogar ein Weißbier war, welches ich natürlich sofort in Pitcher-Größe probieren musste. Positiv überrascht von der Qualität des Gebräus sah ich voller Erwartung dem von uns georderten Essen entgegen: Und auch hier absolute Zufriedenheit auf unserer Seite, sowohl Qualität als auch Quantität waren überragend.
Dieses hohe Niveau schlug sich übrigens keineswegs auf die Preise nieder – diese waren erstaunlich niedrig. Ergo: Wenn ihr mal in Moab seid, schaut ruhig mal bei Eddie McStiffs rein – ich hoffe, so viel Schleichwerbung ist seitens der Admins erlaubt (ich bekomm auch kein Geld dafür...)
http://www.eddiemcstiffs.com/
Nach ein paar weiteren Drinks an der Bar nebst interessanten Gesprächen mit dem Barkeeper zogen gingen wir dann zum Hotel zurück – wir wollten schließlich tags darauf den Rest des Arches NP besichtigen, und das sollte unseren Zeitplan nicht zu sehr aus den Fugen reißen. So hieß es also: Ab ins Bett - früh aufstehen war angesagt!
10. Tag - Arches NP – Natural Bridges NM – Goosenecks SP – Monument Valley