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Au Pair in den USA: Aufenthalt über eine Organisation oder selbst-organisierter Aufenthalt

Wer sich für einen Au pair Aufenthalt entscheidet, hat die Wahl zwischen einem durch eine Organisation vorbereiteten und durchgeführten Aufenthalt oder einem selbstorganisierten. Organisationen haben den großen Vorteil, dass sie über einen beträchtlichen Erfahrungsschatz verfügen, was den Umgang mit Au pairs, Gastfamilien und Behörden angeht. Man kann also davon ausgehen, dass der Aufenthalt gut organisiert und nichts Wichtiges vergessen wird. Außerdem ermöglicht eine solche Organisation die Beantragung eines Visums, was den Grundstein für einen legalen Aufenthalt in den USA bedeutet. Die entsprechenden Versicherungen werden ebenfalls von solchen Organisationen abgeschlossen. Vor allem beim Aufenthalt in den USA haben Au pairs dann auch immer eine Anlaufstelle, wenn es Probleme gibt. Zum Beispiel ist ein Familienwechsel sehr viel einfacher, wenn es eine Organisation gibt, die ihn organisiert. Außerdem kümmern sich die Organisationen sogar um die Flugbuchung und die Einführungsseminare in den Vereinigten Staaten, sowie um eventuelle Vorbereitungstreffen, die sehr hilfreich sein können.

Es gibt aber auch einige Nachteile bei solchen von Organisationen durchgeführten Au pair Aufenthalten in den USA. Diese Nachteile sind vor allem in der unflexiblen Zeitplanung zu sehen. Die meisten Aufenthalte sind auf 12 Monate angelegt, die genau eingehalten werden müssen. Oft soll ein Au pair Aufenthalt zum Beispiel die Zeit zum Studium oder bis zum Beginn der Ausbildung überbrücken und dann bräuchten die Au pairs eigentlich kürzere Aufenthaltszeiten. Diese werden von den Organisationen in den seltesten Fällen angeboten.

Außerdem kostet der Aufenthalt als Au pair in den Vereinigten Staaten natürlich auch etwas, wenn er über eine Organisation geplant wird. Die Kosten liegen meist bei etwa 150 bis 200 €, je nach Organisation. Hinzu kommen die Kosten für den Flug und die Kurse. Diese müssen zwar eigentlich von den Gastfamilien übernommen werden, aber mittlerweile nehmen die Organisationen das Geld als eine Art Kaution, die den Au pairs aber nach Ablauf des Jahres wieder zurück gegeben wird. Die Au pairs bekommen wöchentlich oder monatlich eine gewisse Summe zurückbezahlt. Wenn die Au pairs ihr Programm früher abbrechen, behält die Organisation das Geld und entschädigt teilweise damit auch die Gastfamilien. Bricht man also ab, trägt man einen Teil der Kosten selbst, was aber eigentlich recht fair ist. Einige Au pairs beklagen auch an den organisierten Aufenthalten die mangelnde Möglichkeit sich selbst an der Auswahl der Familie zu beteiligen. Dem wirken die Organisationen entgegen, indem sie versuchen die Au pairs mehr in diesen Prozess mit einzubeziehen.

Auch aus diesem Grund versuchen einige Au pairs ihren Aufenthalt selbst zu organisieren, was auch durchaus über Zeitungsanzeigen möglich ist. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein Aufenthalt in den USA ohne Organisation illegal ist! Beim amerikanischen Au Pair Programm gibt es sehr strenge Regelungen durch das Gesetz. Hierin ist eindeutig vermerkt, dass ein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten nur über eine von der Amerikanischen Regierung zugelassene Organisation möglich ist. Damit ist ein selbstständig geplanter Aufenthalt wie bereits erwähnt illegal.

Au Pair Aufenthalt

Au Pair Aufenthalt ©iStockphoto/Pamela Moore

Außerdem hat es meist einen guten Grund, warum amerikanische Familien auf illegalem Weg nach Au pairs suchen: Meistens wollen sie sich eben nicht an die Vorgaben der amerikanischen Regierung halten, sondern sie umgehen. Im besten Fall bedeutet dies, dass die Familie das Au Pair nicht ein ganzes Jahr, sondern kürzer beschäftigen will. Meistens bekommen illegale Au pairs aber weniger Taschengeld, sind schlechter untergebracht und haben natürlich auch kein Anrecht auf geregelte Arbeitszeiten oder sonstige zusätzliche Leistungen.

Wirkliche Probleme kann es im Fall der Krankenversicherung geben, denn die meisten illegalen Au pairs schließen zwar irgend eine Art Versicherung wie zum Beispiel eine Reiseversicherung ab, allerdings gilt diese meist nicht so lange wie es für den gesamten Aufenthalt nötig wäre. Außerdem kann sich eine Versicherung weigern zu bezahlen wenn sie erfährt, dass ein Versicherter in einer amerikanischen Familie gearbeitet hat.

Aus diesem Grund sollte man gut darüber nachdenken, ob man die relativ niedrigen Kosten für einen organisierten Aufenthalt wirklich einsparen möchte und damit ernsthafte Probleme riskiert. Wenn die Regelungen eines organisierten Austausches nicht auf die eigenen Bedürfnisse passen, dann sollte man vielleicht einfach über eine Alternative zum Au pair nachdenken, denn diese gibt es in Form von Austauschprogrammen natürlich auch.