Skip to main content

California – von LA zum Goldenen Tor

Nach zwölf Stunden Flug endlich wieder festen Boden unter den Füßen – und dann noch den in Los Angeles. Auch wenn die Boeing die uns nach California entführt nicht mit den Urlaubs-Bombern nach Malle vergleichbar ist, sind meine Beine nun ziemlich geschwollen. Wir hatten bereits per Internet unseren Mietwagen gebucht und nun holten wir unser süßes, knallrotes Cabriolet in Empfang. Wenn schon nach Kalifornien, dann muss man sich on the Road auch den Wind um die Nase wehen lassen. Es ist späte Mittagszeit und so cruisen wir erst mal hungrig zu unserem Hotel.

Am Nachmittag machen wir uns auf nach Hollywood, dass der Eintritt zu den Universal Studios nicht gerade günstig ist, war zu erwarten. Dennoch sind knapp 70 Dollar (inklusive Parkgebühren) nicht von schlechten Eltern, aber es soll sich ja lohnen. In Western-City kann man vor allem eins: viel unnützes Souvenirs kaufen. Im Knast sitzt nicht etwa ein sündiger Cowboy, sondern ein Andenken-Verkäufer. Die Terminator-Stuntshow ist wohl eher etwas für eingefleischte Fans, riss uns aber nicht gerade vom Hocker. Recht gelungen sind dagegen der Jurassic Park und die Water World Show. Auch die Führung durch die Filmstudios ist sehr kurzweilig, wer hat schon die Chance hinter die Kulissen von Hollywood zu blicken.

Am nächsten Morgen gibt es das erste typische amerikanische Frühstück, Bacon and Eggs , French Toast und Kaffee – zumindest das was die Amerikaner dafür halten. Aber das Frühstück schmeckt wirklich gut, da gibt es nichts auszusetzen. Zum Warm werden walken wir über den Walk of Fame – da der jedoch riesig ist, besichtigen wir nicht alle Sterne. In Gedenken an unseren daheim gebliebenen Vierbeiner, steht jedoch Lassie als Pflichtstation auf unserer Route durch das Sternengewimmel. Wir schlendern vorbei am berühmten Stern von Muhammad Ali, der die Fassade des Kodak Theatre schmückt. Cassius Clay wünschte nicht, dass Menschen über seinen Namen laufen, die ihm gegenüber respektlos sind. Es ist der einzige Stern, der sich nicht auf dem Boden befindet.

Los Angeles

Los Angeles

Am nächsten Tag fahren wir nach San Francisco, allein der Name ist schon ein Traum. Die Fahrt über Pasadena ist traumhaft, wir fahren durch herrliche Alleen und vorbei an typisch amerikanischen Wohnhäusern. Warum nur muss in Deutschland jeder Vorgarten eingezäunt sein? Mit Blick auf den Pazifik cruisen wir weiter Richtung Cambria, wo wir eine Übernachtung gebucht haben. Der kleine, idyllische Küstenort liegt etwa sechs Kilometer von San Simeon entfernt und ist bei Künstlern sehr beliebt. Der Baustil im Ort ist geprägt vom Old English Style – ein bezaubernder Ort, in dem die Zeit still zu stehen scheint.

Früh am nächsten Morgen lassen wir uns wieder den Wind um die Nase wehen – in Richtung San Francisco. Am Ziel angekommen, fahren wir vorbei am Union Square zur Golden Gate Bridge. Wir haben Glück mit dem Wetter und so liegt das Goldene Tor im strahlenden Sonnenschein vor uns. Vorbei an Warnschildern für suizidgefährtete Brückenbesucher, setzen wir uns leichtsinniger weise die Brückenmitte zum Ziel. Nach einer knapp ein Kilometer langen Wanderung, die einem auf der Brücke unendlich erscheinen, schwappt knapp 70 Meter unter uns der Pazifik hinein in die Bucht von San Francisco. Wir denken kurz an unser unendlich weit entferntes Zuhause, das wir in diesem Moment so wenig vermissen, wie eine saftige Erkältung. Nun geht es erst mal in ein gemütliches Coffee House, die es hier an jeder Straßenecke gibt. Später machen wir noch einen Abstecher zu den Painted Ladies und bewundern die hübschen alten Häuser, die früher einmal Lasterhöhlen waren. Ein weiteres Highlight in San Francisco ist die berühmte Lombard Street, die sich mit einer Steigung von sage und schreibe 27 Prozent den Berg hinauf windet. Die hübsche Straßenbepflanzung macht die Lombard Street zu einem der begehrtesten Fotomotive der Stadt.

Top Artikel in Reiseberichte über den Westen der USA