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Die amerikanische Geschichte

Die USA üben eine ungebrochene Faszination auf Menschen in aller Welt aus. Nicht nur als reines Reiseziel ist das Land beliebt, sondern auch als unangefochtene Nummer eins bei denjenigen, die auswandern möchten. Doch worauf beruht diese Faszination? Sicher ist die einzigartige Kombination aus Landschaften, Klimazonen und Lebensart so nirgendwo sonst zu finden. Aber es ist mehr als das. Amerika ist der Inbegriff eines Traums, der von Millionen von Einwanderern gelebt wurde – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Aber immer getrieben von der Idee, dass man in den USA die Chance auf ein besseres Leben hat. Dass dieses bessere Leben nicht auf einem Silbertablett serviert wird, mussten viele bitter erfahren. Jedoch sind sich die meisten, die es ausprobiert haben, darin einig, dass es den Versuch wert war.

Unabhängigkeit – eine absurde Idee?

Was macht die Vereinigten Staaten von Amerika so besonders? Es war die erste wirkliche Demokratie der Neuzeit, die sich von dem klassischen Obrigkeitsstaat europäischer Prägung verabschiedet hat. Nicht länger sollte die Leibeigenschaft oder Herkunft bestimmen, wie ein Leben verläuft. Jeder sollte das Recht darauf haben, sich frei zu entfalten, seine Träume zu verwirklichen und vor allem keinem König Rechenschaft ablegen zu müssen. Angefangen hat alles mit der Erkenntnis, dass die britischen Kolonien in der Neuen Welt zwar Steuern zahlen mussten, aber keinerlei Mitbestimmungsrecht über die politischen Verhältnisse hatten, die ihr Leben beeinflussten. Daraus entwickelte sich die Unabhängigkeitsbewegung, die 1776 schließlich für eine Abspaltung vom Mutterland sorgte. Noch heute ist es ein kleines Wunder, dass die dreizehn Kolonien ihre Unabhängigkeit gegenüber Großbritannien tatsächlich behaupten konnten.

Verfassung der Vereinigten Staaten

Verfassung der Vereinigten Staaten ©iStockphoto/John Cooke

Freiheit – die universelle Triebfeder

Aus dem Experiment der Vereinigten Staaten entwickelte sich schnell ein dynamisches Gemeinwesen. Die weiten Territorien im Westen ermöglichten eine sukzessive Ausdehnung der Bevölkerung und der Erarbeitung von Wohlstand. Auswanderer aus aller Welt und aus allen Schichten strömten in eine Nation, die jedem ein Stück Land versprach, der sich in den unerschlossenen Weiten Amerikas niederlassen wollte. Gerade das war ein großer Unterschied zu Europa. Zwar konnte man auch in Amerika verhungern, doch hatte man immerhin die Chance, das eigene Land zu bewirtschaften und nur sich selbst Rechenschaft ablegen zu müssen. In den meisten Ländern Europas war es umgekehrt. Dort zahlte man bestenfalls eine Pacht an die Großgrundbesitzer, damit man deren Land bewirtschaften durfte. Echte Selbstbestimmung, die Essenz der Freiheit, war damit nicht zu gewinnen. Abgesehen von der Leibeigenschaft sorgten zahlreiche Hungersnöte in der alten Welt für einen weiteren Zustrom nach Amerika. Wer den beschwerlichen Weg der Überfahrt auf sich nahm, brach die Brücken hinter sich ab und kehrte in der Regel nie wieder in die alte Heimat zurück.

Eine Nation wird geschaffen

Doch auch in Amerika war nicht alles Gold, was glänzte. Besonders der Gegensatz zwischen den industriell gut entwickelten Nordstaaten und dem Süden, wo die Sklaverei noch immer den Hauptpfeiler der dortigen Wirtschaft darstellte, sorgte für einen immer tiefer reichenden Riss in der Gesellschaft. Der Bürgerkrieg, der sich 1861 daraus entwickelte, war eine schreckliche Erfahrung, die am Ende die Union erhielt, die Sklaverei weitgehend beendete und für die Geschichte der Welt die Weichen stellte, die sich im 20. Jahrhundert noch als sehr wichtig erweisen würden. Denn erst nach dem Bürgerkrieg war die amerikanische Nation mehr als ein loser Bund von Staaten, die sich vom Mutterland für unabhängig erklärt hatten.

Kriege, die das Schicksal der Welt veränderten

Das 20. Jahrhundert gilt als das „amerikanische Jahrhundert“, denn gleich zweimal mussten die USA in die von Europa ausgehenden Weltkriege eingreifen. Diese Kriege waren es, die das Gesicht der Welt bis heute mitbestimmen. Gerade angesichts der geschichtlichen Entwicklung Europas und Deutschlands kann man sich der Überlegung nicht verschließen, welche Konsequenzen es gehabt hätte, wenn Amerika nicht auf der Weltbühne erschienen wäre. Deswegen ist es wichtig, einen Blick auf über 200 Jahre amerikanischer Geschichte zu werfen, um zu verstehen, wieso man auf der anderen Seite des „großen Teichs“ manche Dinge anders sieht und woher die ganz spezielle Mentalität der Amerikaner kommt.