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Reisebericht: Die Westküste der USA

Unserem nomadenhaftem Wesen entsprechend entscheiden wir uns für einen Urlaub mit Wohnmobil. 5 Wochen mit 2 Kiddies und ständig unterwegs, halten wir es für das geeignetste Reisemittel. Schließlich wollen wir auch nicht ständig ein- und auspacken. Das Modell, das wir uns ausgesucht haben, steht bei unserer Ankunft nicht mehr zur Verfügung. Dafür bekommen wir ein etwas älteres, aber dafür viel größeres Fahrzeug, 25 Fuß lang und anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Von Las Vegas aus führt unsere Route an die Westküste mit Ziel San Francisco.

Wir haben Glück mit dem Wetter und bleiben vom berüchtigten Bay Fog verschont. Das nützen wir zur Besichtigung der Golden Gate Bridge, die sich oft genug hinter den Nebelschwaden versteckt. Sommerlich warme Temperaturen begleiten uns die kommenden Tage. Weil wir die berühmte Brücke nicht nur im Schnelldurchlauf erleben wollen, parken wir ganz in der Nähe und schlendern einmal über das Wahrzeichen der Stadt.

Im Anschluss verbringen wir ein paar Stunden am Fisherman’s Wharf, mit Blick auf die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz. Die Überfahrt ersparen wir uns angesichts der langen Warteschlangen. Ganz in der Nähe liegt ein Seelöwen Reservat und das scheint uns interessanter als die vielen Boutiquen und Restaurants am Pier. Im Wachsfigurenkabinett stehen wir Filmgrößen wie Marilyn Monroe oder Robert de Niro gegenüber und stellen erheitert fest, dass viele von ihnen kleiner sind als sie auf der Leinwand wirken. Von der Grant Street geht’s nach Chinatown. Die bunte Architektur bietet schöne Fotomotive, ansonsten gibt es viele Geschäfte und noch mehr Touristen. Es macht Spaß, die steilen Straßen San Franciscos zu befahren, allen voran die Lombard Street. In engen Serpentinen windet sie sich vorbei an Blumenbeeten und gewährt zudem einen fantastischen Blick über die Bucht. Dennoch sind wir die meiste Zeit zu Fuß unterwegs. Der Flair San Franciscos lässt sich vom Auto aus nicht erspüren. Wir tauchen ein in die Gelassenheit der Stadt am Pazifik, immer wieder überrascht von den spektakulären Ausblicken auf die Bucht. Hie und da vermischt sich Musik mit dem Gekreische der Möwen und Pantomimen verzaubern das Publikum der Straße.

Westküste der USA

Westküste der USA ©iStockphoto/TraceRouda

Entlang der Küstenstraße fahren wir Richtung Süden nach Los Angeles – ein bisschen „Meer“ sehen. Dichter Nebel verwehrt uns den Blick und so konzentrieren wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz, möglichst direkt am Strand. Vielleicht ist der August nicht gerade der geeignetste Monat dafür, die Campsites sind restlos überfüllt. Wir müssen ins Hinterland ausweichen. Auf einem idyllischen Site finden wir schließlich doch noch einen Stellplatz. Zur hellen Begeisterung der Kiddies hat sich dort auch ein Stinktier einquartiert, das sogleich den Namen „Fritz“ erhält. Bademöglichkeiten gibt’s wenige, auf der Strecke nach L.A. halten wir an vereinzelten Buchten, aber das Gelbe vom Ei ist es nicht.

Drei Tage später erreichen wir Los Angeles. Die Tage vergehen schnell, das Programm reicht von Anaheim bis zu den Universal Studios. L.A. erleben wir als „muss-man-gesehen-haben“ Stadt: ob Walk of Fame, Universal Studios, eine Spazierfahrt durch die noblen Vororte Bel Air und Beverly Hills, ein bisschen Hineinschnuppern in die Welt vom Big Filmbusiness, von Stars und Sternchen. Zwischendurch ist Relaxen am Strand angesagt. Venice Beach und Ocean Front Walk – Laufsteg der Schönen und Starken, die im open-air Studio, direkt am Strand, ihre Muskeln spielen lassen – natürlich vor Publikum. Zwischen Meerjungfrauen aus Sand tummeln sich sonnengebräunte Skateboard-Artisten und Straßenmaler. Bei Sonnenuntergang versammelt sich eine Gruppe Musiker am Strand und begeistert die Umstehenden mit rhythmischen Trommelklängen.

Disneyland bietet neben all seinen Rides und Attraktionen nicht nur pures Vergnügen. Wartezeiten, schlimmstenfalls bis zu 2 Stunden, bei über 30°C sind nicht gerade ein Zuckerschlecken. Wassersprenger und Eiskrem helfen beim Abkühlen. Ein Besuch mit Kleinkindern ist eher weniger ratsam, selbst größere Kinder kann man in der Menschenmenge schnell aus den Augen verlieren.

Ansonsten bietet die Stadt am Pazifik wenig wirklich Attraktives. Wir ziehen es vor, die folgenden Tage etwas naturnäher zu gestalten und starten in Richtung Joshua Tree Nationalpark.

Die einzigartige Felsenlandschaft mit dem Felsenwunderland inmitten riesiger Baumkakteen zieht vor allem Free-Climber in ihren Bann. Der Campground gehört uns aber alleine. Nur die zutraulichen Erdhörnchen gesellen sich während der Mahlzeiten, auffallend gerne zu uns. Die Zeit vergeht im Wechsel mit ein bisschen Klettern und Relaxen. In den Abendstunden entdecken wir vor und unter dem Wohnmobil unzählige Taranteln – handtellergroß.

Die Westküste liegt hinter uns. Fazit: Bis auf San Francisco, einige Küstenabschnitte und den Joshua Tree Nationalpark hat uns weniges wirklich begeistert. Eher ungünstig ist wohl auch der Reisemonat August. Innerhalb unseres Amerika Aufenthaltes war der Zeitraum von etwas mehr als einer Woche für die Westküste zu kurz. Yosemite Nationalpark oder San Diego – beim nächsten Mal wird alles anders.

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