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Reisebericht über die Westküste der USA

1. Tag: Düsseldorf – Los Angeles

11 Stunden Flug lagen noch zwischen uns und einem aufregenden Urlaub am anderen Ende der Welt. Und diese Stunden hatten es echt in sich. Auch mit gutem Sitzfleisch und kurzen Beinen, konnte ich es mir nicht verkneifen, einige Male aufzustehen und auf dem Gang hin- und herzulaufen. Aber jede Qual hat irgendwann einmal ein Ende. Und so landeten wir endlich auf dem LA international Airport.

Nachdem wir die scheinbar endlosen Gänge durchgelaufen sind, hieß es, sich in eine Schlange zu stellen, um die Einreisegenehmigung zu bekommen. Spätestens hier realisiert man, dass man in Amerika ist. Was machen sie in den USA, die erste Adresse, Fotos und Fingerab-drücke. Das Prozedere dauert eben einige Minuten, aber zum Glück hatten wir bereits im Flieger die nötigen Formulare bekommen und ausgefüllt. Das verkürzt das ganze um einiges.

Jetzt ging es darum, so schnell wie möglich an unsere Koffer zu kommen. Dabei hatten wir dann eben so viel Glück wie immer. Der eine Koffer war schon lange vom Band und der andere ließ ewig auf sich warten. Etwas müde machten wir uns dann vollbepackt zum Infor-mationsschalter auf, um herauszufinden, wie wir an unseren Mietwagen kommen. An einer Pinwand versuchten wir die Nummer von Hertz zu finden, aber die Stimme am Telefon konnte uns nicht wirklich weiterhelfen. Aber die Ami´s sind ja für ihre Hilfsbereitschaft bekannt. Auf jeden Fall stand da auf einmal ein Mann, der uns (einer Gruppe von Touris) erklärte, dass wir nur den Flughafen verlassen müssen und dann Busse von den verschiedenen Autovermietungen stehen.

Das haben wir dann auch gemacht und promt stand ein Hertz Bus vor unserer Nase. Schnell das Gepäck hinein und ab zur Autovermietung. Natürlich sind wir davon ausgegangen, dass wir unser Auto innerhalb von ein paar Minuten haben würden. Leider war auch hier die Hölle los und wir mußten uns erst einmal in eine unendlich lange Schlange stellen. Aber dann war es endlich soweit. Wir hatten den Schlüssel für unseren Honda Acord und konnten uns auf die Suche nach unserem Hotel machen. Angeblich waren es nur 12 Meilen, aber durch die Rush-Hour kam es uns vor, als wenn es 100 Meilen wären. Dafür konnten wir einen ausgedehnten Blick auf den Sunset Boulevard werfen.

Unser Hotel, das Metropolitan, liegt ebenfalls auf dem Sunset und liegt in unmittelbarer Nähe zum Walk of Fame mitten in Hollywood. Einchecken, Koffer aufs Zimmer und erst einmal ein Restaurant suchen. Immerhin war es schon 16 Uhr Ortszeit und wir waren schon sehr lange auf den Beinen. Aber was möchte man essen? Direkt als erste Malzeit Fast Food bei Jack in the Box? Das schien uns nicht ganz das richtige zu sein. Also gingen wir in Richtung Hollywood Boulevard. Auf unserem Weg dorthin mußten wir jedoch leider feststellen, dass Hollywood bei weitem nicht so glamoureuse ist, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ganz im Gegenteil – wir fanden es her schmuddelig vor. Trotzdem haben wir dann eine Art Bisto-Restaurant gefunden und bestellten jeder einen Hamburger mit Pommes. Das war übrigens der Beste Burger, den wir in unserem ganzen Urlaub gegessen haben.

Hoover Damm

Hoover Damm

Nach dem Essen sind wir dann aber auch sofort wieder ins Hotel und ab ins Bett. Am nächsten Tag wollten wir dann richtig loslegen.

2. Tag: Los Angeles / Joshua Tree Park

Um 6 Uhr morgens waren wir schon wieder wach. Schnell unter die Dusche, ein Frühstück bei Jack in the Box und dann ab auf die Interstate Richtung Bernadino. Heute wollten wir uns den Joshua Tree Park ansehen. Er ist bekannt für seine merkwürdigen Felsformationen und die Yucca-Palmen, die in ihm wachsen.

Doch bevor wir unsere Entdeckungsreise beginnen konnten, haben wir noch Stop in einem Wal Mart gemacht. Dort haben wir uns dann erst einmal eine große Kühltruhe und Eis ge-kauft. Im Laufe unseres Urlaubs haben wir noch sehr oft festgestellt, dass kalte Getränge ein absolutes MUSS für eine Rundreise in den USA sind.

Den Park selber haben wir dann sehr leicht gefunden. Wer nicht gerade ein Navigationssys-tem hat, sollte sich aber vor Reiseantritt ein paar Karten vom ADAC besorgen. Dann findet man fast alles.

Am Eingang des Parks waren wir jedoch nicht so clever. Wir haben schön brav den Eintritt von $10 gezahlt. Dabei wäre es für uns wesentlich preiswerter geworden, wenn wir uns den National Park Pass gekauft hätten. Aber alles kann man ja nicht von Anfang an wissen.

Der Joshua Tree Park hat uns sehr gut gefallen. Da es aber so heiss war, haben wir uns mehr im klimatisiertem Auto aufgehalten. Trotzdem war es beeidruckend. Plötzlich ragen mitten aus der Landschaft merkwürdig geformte Felsen hervor. Teilweise wirken sie wie abgebroch-ene Steinbrocken, dabei ist nichts in der Nähe, wovon sie hätten abbrechen können.

Zwischen den Felsen wachsen dann noch die zahlreichen Joshua Trees. Diese Palmenart muss schon sehr robust gegen Hitze und Trockenheit sein.

Leider war es an diesem Tag nicht möglich, komplet durch den Park durchzufahren. Wegen Brandgefahr war ein großer Teil des Natioanlparks gesperrt. Trotzdem haben wir es nicht bereut, die lange Fahrt auf uns zu nehmen.

Wieder in LA angekommen, haben wir ein kleine Tour durch Beverly Hills gemacht. Wir mussten jedoch schnell feststellen, dass in dieser Gegend nur wenig von den tollen Villen zu sehen ist. Die hohen Mauern und Zäune geben einem kaum die Möglichkeit einen Blick zu er- haschen. Aus diesem Grund haben wir dann schon bald Beverly Hills wieder verlassen und uns auf den Weg nach Santa Monica gemacht. Wer immer dem Sunset Richtung Küste folgt, kommt irgendwann zum Strand.

Am Strand angekommen, haben wir auch sofort ein Fisch-Restaurant, das Glandales, gefunden und sogar noch einen freien Tisch ergattert. Denn kaum eine halbe Stunde später, standen die Leute Schlange, um eine Platz zu bekommen. Anscheinend hatte uns unser Hunger direkt in ein In-Lokal geführt. Da wir einige Probleme mit der amerikanischen Spei-sekarte hatten, und wir auch keine großen Fischesser sind, haben wir uns dann mit einem Salat zu frieden gegeben. Der war dafür umso besser.

Nach dem Essen sind wir dann wieder über den Sunset zurück. Obwohl es mittlerweile schon relativ spät war, kamen wir wieder nur im Schneckentempo vorwärts. In LA ist anscheinend immer Rush-Hour.

3. Tag: LA / Las Vegas

Bereits von Deutschland aus hatten wir ein Zimmer in Las Vegas reserviert. Das 5 Sterne Hotel „Venetian“ wartete auf uns. Trotzdem wollten wir auch dem Weg dorthin noch so viel wie möglich sehen. Aus diesem Grund haben wir eine „langen“ Umweg in Kauf genommen. Ursprünglich wollten wir durch die Berge und Wälder im Norden von LA fahren. Über steile und kurvige Straßen kamen wir auch sehr gut voran. Meilenweit keine abzweigenden Straßen, einfach pure Natur. Da kommt man schon ins Staunen, wenn man unterwegs auf einzelne Radfahrer trifft, die mühevoll die Berge erklimmen, oder im mörderischen Tempo hinab fah- ren. Auch die Motorradfahrer sind mit Vorsicht zu genießen.

Nachdem wir dann fast 2 Stunden durch die Berge gefahren sind, stellten wir fest, dass unsere Straße gesperrt war. Natürlich war nirgenwo zuvor ein Warnschild gewesen. Also mußten wir den ganzen Weg zurück fahren und uns natürlich auch etwas beeilen, da wir ja bis 18 Uhr in Las Vegas sein mußten.

Obwohl wir nur noch über die Interstates „gebraust“ sind, war es doch eine sehr abwechs-lungsreiche Landschaft. Auf einmal war um uns herum nur noch Wüste mit vereinzelten Palmen und dann wieder grüne Wiesen. Aber je näher wir nach Nevada kamen, umso dürrer wurde das Bild.

Wenn man die Staatsgrenze erreicht, braucht man keine Hinweisschilder, denn direkt hinter der Grenze haben sich Spielcasinos und Hotels zu eine Art Mini Las Vegas zusammen getan. Aber wenn man dann erst einmal die Skyline von der Spieler-Stadt am Horizont entdeckt, kann man es nicht fassen. Über all Lichter, goldene Gebäude, der Stratosphere Tower,… Der erste Eindruck allein war schon unbeschreiblich.

Wir haben dann erst mal unser Hotel gesucht, was sich als nicht so schwer herausstellte. Das Venitian ist ja auch nicht gerade ein kleines Hotel. Unser Auto und das Gepäck hat man uns dann direkt abgenommen und wir konnten in die Lobby. Kein Foto der Welt kann einem diesen Eindruck übermitteln. Die scheinbar unendlich hohe Decke mit den Deckenmalereien, ein italienischer Brunnen mitten im Saal. Und wir mitten drin. Man erklärte uns den Weg zu unserem „Zimmer“ im 16 Stock eines Seitenflügels und wir brauchten fast 15 Minuten, bis wir dort ankamen. Im Laufe der nächsten 2 Tage sollten wir uns noch oft in diesem Gebäude-komplex verlaufen, bis wir eine handfeste Strategie entwickelt hatten. Immer durch den selben Hoteleingang rein und immer auf dem selben Weg zum Zimmer. So konnte nichts mehr schief gehen.

Nach der langen Fahrt waren wir zwar etwas erschöpft, aber trotzdem sind wir noch auf dem Strip spazieren gegangen und haben unterwegs in einem italienischen Restaurant etwas ge-gessen. Zum krönenden Abschluß des Tages haben wir dann noch $25 Dollar in die „einarmi- gen Banditen“ des Venetian-Casinos geworfen. Aber am Ende des Tages haben wir uns dann in unserer Suite einen kühlen Drink genommen, noch einen Blick über die Stadt geworfen und sind in unser Baldachin überspanntes Bett gefallen.

4. Tag: Las Vegas

Heute hatten wir uns eine große Stadtbesichtigung vorgenommen. Schon um 9 Uhr standen wir gestriegelt und gebügelt auf dem Strip und haben uns auf den Weg gemacht. Da das Venetian im zentraler Lage auf dem Las Vegas Strip liegt, haben wir uns zunächst in südliche Richtung bewegt. Als erstes haben wir in einer kleinen Passage vom Aladdin Hotel gefrüh-stückt. Wenn man nicht die gleichen Fehler machen möchte, wie wir, dann ist es ratsam ein Wörterbuch bei sich zu haben. Jedenfalls haben wir uns wegen fehlender Sprachkenntnisse eklig süße Bällchen mit Karamellsoße bestellt und dafür ein Vermögen bezahlt.

Im Laufe des Vormittags haben wir dann noch das Paris, New York New York, das Bellagio, Excalibur, Luxor, MGM – eigentlich jedes Hotel auf dem nördlichen Strip angesehen. Dabei haben wir die Hitze in der Wüste total unterschätzt. Wer noch nicht da war, kann es sich so vorstellen. Man steht in einem ca. 40° heißen Raum, in dem man noch von einem heißen Fön angeblasen wird. Da kann ein langer Spaziergang richtig anstrengend werden. Da wir uns kein Wasser als Proviant eingepackt hatten (der Strip ist sehr sehr lang), mußten wir zu überteuer-ten Preisen kleine Wasserflaschen kaufen. Mittags waren wir dann so fertig, dass wir uns erst einmal ne kleine Auszeit in unserem klimatisiertem Zimmer gegönnt haben.

Am späten Nachmittag war dann der nördliche Strip zur Erkundung freigegeben. Dieses Mal haben wir natürlich an einen ausreichenden Wasservorat gedacht. Wir wollten unbedingt auf den Stratosphere Tower und damit wir abends nicht so kaputt sind, haben wir uns einfach den Luxus einer Busfahrt gegönnt.

Dort angekommen, sind wir direkt mit einem der Schnellaufzüge auf den Tower gefahren. Mich hat dieser Anblick fast umgehauen. Die Hotels wurden von dem roten Licht der unterge-henden Sonne angestrahlt und die bunten Lichter der Stadt wurden immer bunter. (Oh Gott klingt das kitschig, aber so war es auch.) Atemberaubend waren aber nicht nur die Aussichten auf die Stadt und die Umgebung, sondern auch der Mut mancher Besucher, die sich auf den verschiedenen Karusells vergnügt haben.

Nach unserem Imbiss im 50´er Jahre Schnellrestaurant (hier tanzt sogar die Bedienung auf der Theke und singt) haben wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Venetian gemacht. So schnell wir mit dem Bus waren, umso langsamer kamen wir zu Fuß vorwärts. Nach einem kurzen Zwischenstop im Hotel sind wir dann auch direkt weiter zum Bellagio. Die Fontainen darf man sich einfach nicht entgehen lassen.

Unseren letzten Abend haben wir dann im Casino des Bellagio verbracht und beim Black Jack zwar keine Gewinne aber auch keine Verluste gemacht. Etwas Spielen gehört in Las Vegas einfach dazu, aber man sollte sich im Vorfeld ein Budget festlegen und unbedingt einhalten. Mir persönlich hat es schon Spass gemacht, den anderen beim Zocken zuzugucken.

Bevor wir dann wieder zum Venetian zurückgelaufen sind, haben wir noch in einem Straßen-cafe den Tag bei einem Bier abgeschlossen. Wir hatten uns zwar keine Show gesehen, aber Las Vegas war alleine durch die Gebäude und die Lichter ein unbeschreibliches Erlebnis.

5. Tag: Las Vegas / Hoover Dam / Seligman

Da es am Abend vorher relativ spät geworden war, wollten wir es heute etwas ruhiger ange-hen lassen. Da wir erst gegen 11 Uhr auschecken mußten, haben wir noch die Kühle der Suite ausgenutzt und erst spät losgezogen. Wir hatten uns vorgenommen, dass Outlet Center von Las Vegas noch zu plündern, bevor wir uns mit unserem Honda in Richtung Hoover Dam aufmachen. Im Nachhinein müssen wir zugeben, dass das Center von Las Vegas eigentlich das Beste war, dass wir unterwegs besucht haben. Da wir das aber nicht wußten, waren wir eher zurückhaltend. Nach einem kleinen Imbiss in der „Freßmeile“ haben wir uns dann doch relativ schnell auf den Weg gemacht.

Der Weg bis zum Hoover Dam ist zum Glück nicht all zu weit. Nach ca 1-2 Stunden waren wir (wegen Stau auf der Schnellstraße) auch schon da. Damit wir uns das gigantische Bau-werk in Ruhe ansehen konnten, haben wir das Auto auf einem der Parkplätze abgestellt.

Zu Fuß sind wir dann über den Damm gelaufen. Es kann einem richtig schwindlig werden, wenn man über den Rand nach unten guckt. Aber nicht nur der Damm, sondern auch der da-durch entstandene Stausee – der Lake Mead – ist einfach traumhaft schön. So ein tiefes Blau haben wir eigentlich noch nie gesehen. Es wundert einen nicht, dass viele Amerikanier hierher kommen, um einen Kurzurlaub zu machen.

Doch trotz des erstaunlichen Bauwerks und des Sees wird einem auch der wahre Sinn für den Staudamm bewußt. Eine meterhohe weiße Linie zieht sich entlang der Felswände, in deren Mitte der See liegt. Aus einem Fernsehbericht wußten wir, dass das die Linie bis wohin in vergangener Zeit das Wasser reichte. Tja, die Amerikanier brauchen eben auch in der Wüste Wasser und Strom.

Nach etwas mehr als einer Stunde haben wir uns dann wieder aus der Mittagshitze ins Auto verfrachtet. Bis hum Grand Canyon war es noch ein langer Weg, und den wollten wir so schnell wie möglich hinter uns bringen, damit wir morgen in aller Ruhe das Naturschauspiel des Canyons genießen konnten. Also haben wir den Rest des Tages im Auto verbracht. Da es unsere erste Nacht ohne vorgebuchtem Motel war, haben wir ab 17 Uhr nach einer Unterkunft gesucht. So landeten wir in der Nähe von Kingman in Seligman.

Seligman ist ein kleiner Ort auf der legendären Route 66. Dort bekamen wir ein relativ preis-wertes Zimmer, was unserem Geldbeutel auch sehr recht kam. Immerhin hatten wir bisher doch schon einiges an Geld ausgegeben und der Urlaub war ja auch noch lange nicht rum. Direkt neben dem Motel war ein kleines uriges Lokal, in dem wir dann noch zu Abend gegessen haben. Anschließend haben wir es uns dann noch im Zimmer gemütlich gemacht.

6. Tag: Seligman / Grand Canyon / Marble Canyon / Glendale

Morgens ging es dann direkt weiter Richtung Flaggstaff und Grand Canyon. Am Eingang des Grand Canyon National Park haben wir dann den National Park Pass gekauft, da wir in den nächsten Tagen noch einige andere Parks besuchen wollten.

Wir folgten der Wegbeschreibung und wunderten uns, dass um uns herum unendlich weiter Landschaft war. Irgendwie hatte ich wewartet, dass der Grand Canyon zwischen Bergen liegt. Und dann kam auf einmal ein Hinweisschild: „View Point“! Also sind wir ausgestiegen und dahin gelaufen, wo alle hinliefen.

Es hat mich fast umgeworfen, als wir urplötzlich in die Tiefe sahen. Da war er also, der Grand Canyon. Eigentlich ist es unfassbar, dass er das Produkt von natürlicher Abtragung und des Colorado River ist. Unglaublich welche Schönheiten die Natur hervorbringen kann. Das einzi-ge, dass etwas stört, sind die Massen an Touristen, die um einen herum sind (naja, wie waren ja auch welche).

Wir haben dann fast jeden Aussichtspunkt genutzt, um die verschiedenen Ecken des Canyons bewundern zu können. Dabei haben wir uns einmal so sehr verfahren, dass wir plötzlich mitten in einem Waldgebiet waren. Dort hatten wir das einmalige Erlebnis einen Hirsch aus nächster Nähe beobeachten zu können. Das war den kleinen Umweg schon wert. Immerhin hatten wir wenigstens hier das Vergnügen für uns alleine.

Auf jeden Fall ging es dann für uns schon weiter. Wir wollten ja noch den Marble Canyon (der Anfang des Grand Canyon) besuchen. Nach ca 1,5 Stunden Fahrt durch ein Indianer Reservart kamen wir dann auch an. Schnell aus dem Auto und ab auch die eigenartige Brücke. Es war ein toller Blick, denn hier steht man genau über dem Colorado River und kann sehen, wie er sich den Weg durch das Erdreich gesucht hat.

Nach einigen Fotos sind wir dann wieder ins Auto und haben uns noch einige Meilen der Umgebung aus dem Fenster angesehen. Obwohl man eigentlich nicht mehr im National Park ist, kann man auch hier einige schöne Ecken finden. Leider hat man kaum Gelegenheiten, um anzuhalten.

Am Ende sind wir dann noch bis nach Glendale gefahren. Einem kleinen Städtchen, ganz in der Nähe des Bryce Canyon. Im Park wollten wir nicht übernachten, da dort die Preise wesentlich höher sind. Außerdem konnten wir uns nicht über einen wunderschönen Blick auf die Berge im Abendrot beschweren.

7. Tag: Glendale / Bryce Canyon / Capital Reef / Washington

Früh am Morgen sind wir dann los gefahren. In jedem Reiseführer wird man darauf hingewiesen, dass auf den relativ kleinen Parkplätzen im Bryce Canyon am Vormittag kaum Plätze zu kriegen sind. Also mußten wir zu den ersten Besuchern gehören. Doch bevor wir in den Bryce Canyon National Park kamen, durchfuhren wir den Red Canyon. Er ist zwar nicht so groß aber auch hier kann man schon einen kleinen Vorgeschmack auf die roten Felsen bekommen.

Und dann waren wir endlich da. Der erste Aussichtspunkt fing direkt mit einer kleinen und niedlichen Überraschung an. Ein paar Erdhörnchen liefen uns direkt vor die Füsse. Sie waren zwar sehr scheu, aber als wir ihnen ein paar Krümel von unseren Keksen hinwarfen, kamen sie sehr nah heran.

Als wir dann auf den Aussichtspunkt hinaustraten, waren wir sprachlos. Gerade das frühe Morgenlicht ließ das „Amphetheater“ in den verschiedensten Rottönen leuchten. Es war ein unbeschreiblicher Eindruck. Wir sind dann zwar nicht an jeden Aussichtpunkt gewesen, aber das Amphetheater und die Natural Bridge darf man hier einfach nicht auslassen. Leider müs-sen wir davon ausgehen, dass wir die Naturbrücke nie wieder sehen werden, da sie in wohl in den nächsten Jahren einstürzen wird.

Nach einem sehr schönen Vormittag haben wir uns dann auf den Weg zum Capital Reef ge-macht. Hier sind wir allerdings nur durchgefahren. Bis auf einen kleinen Stop zum tanken und um eins Sandwich zu essen, sind wir nur im Auto geblieben. Ursprünglich hatten wir diese Tour nicht eingeplant. Aber da wir relativ gut in der Zeit waren, konnte ich meinen Freund zu dieser Extra-Tour überreden. Auch wenn wir die Umgebung nur von den Straßen aus gesehen haben, so hat es sich doch gelohnt. Immer wieder überfallen einen neue Eindrücke von Fels- und Bergformationen. Die verschiedenen Farben und Formen sind einzigartig.

An diesem Tag haben wir wirklich eine harte Tour hinter uns gebracht -.ca 500 Meilen. Wir hatten uns vorgenommen, so weit wie möglich wieder in Richtung Las Vegas zu kommen. So haben wir es dann bis nach Washington geschafft, als es bereits anfing dunkel zu werden. Direkt an der Interstate haben wir dann in einem Red Reef Motel ein Zimmer bekommen.

Den Abend haben wir genutzt, um in einem nahegelegenen Einkaufscenter unsere Vorräte mal wieder aufzufüllen. Ein Supermarkt in Amerika ist schon eine aufregende Sache. Das Sortiment ist so vielseitig, die Verpackungen sind riesig und gesundes ist sehr teuer. Dabei hat es mich sehr erstaunt, dass man eigentlich alles in „Light“ bekommt. Warum sind dann so viele Amerikaner richtig fett??? Naja, jedenfalls haben wir ziemlich lange in diesem Center gestöbert. Vollbepackt sind wir dann zurück auf unser Zimmer und nach einem kleinen Bier auch sofort ins Bett gefallen.

8. Tag – Washington / Las Vegas / Death Valley / Indipendence

Früh mörgens haben wir uns dann wieder auf den Weg Gemacht. Erst einmal sind wir wieder nach Las Vegas, um dort das 2. Outletcenter auszuplündern. Dieses Mal waren wir auch nicht so zurückhaltend. Immerhin hatten wir ja auch nur 32 Kilo Gepäck auf dem Hinflug – also genug Platz für viele Schnäppchen. Nach ca 3 Stunden sind wir dann erst wieder zum Auto zurück und der Kofferraum war voll.

Gut gelaunt, vollgetankt und mit vielen eisgekühlten Getränken ab in Richtung Death Valley. Kurz bevor wir in das Tal reingefahren sind, haben wir die Klimaanlage im Auto aus und die Fenster ausgemacht. Voll klimatisiert schafft es ja jeder durch das Tal des Todes. Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Außentemperatur spürbar zunahm. Als wir irgendwann an eine ebene Stelle kamen, konnten wir ca 500 Meter neben der Straße weiße Salzflecken auf der Erde sehen. Um uns diese einmal genauer anzuschauen, haben wir das Auto abgestellt und sind mal dorthin gelaufen.

Bei dem kleinen Spaziergang haben wir dann erst richtig gemerkt, wie heiß es im Tal ist. Wir sind vielleicht ein paar hundert Meter gelaufen, aber wir waren klatsch naß. Für uns ist es un-vorstellbar, dass es Menschen gibt, die hier einen Marathon laufen. Wir waren auf jeden Fall sehr froh, als wir wieder um Auto waren und haben erstmal jeder 1 Liter Wasser getrunken. Die Klimaanlage haben wir dann aber trotzdem erst später wieder angemacht.

Nachdem wir Death Valley hinter uns gelassen hatten, wollten wir noch einige Meilen Rich-tung Big Pine fahren, um uns dort nach einem Motel umzusehen. Auf unserem Weg sind wir durch einen riesigen ausgetrockneten See gefahren. Wie wir später erfahren haben, ist dieser See dem starken Wasserverbrauch von Kalifornien zum Opfer gefallen. Es ist schon erschrek-kend, welches Ausmaß der Luxus von LA und anderen Großstädten auf die amerikanische Natur hat.

Schließlich mußten wir noch bis nach Indipendence weiterfahren, um ein Zimmer zu bekom-men. Dafür haben wir aber auch einen absoluten Glücksgriff gemacht. Die Motelbesitzer waren ausgewanderte Deutsche und Österreicher. Ein nettes älteres Ehepaar, die uns für die nächsten Tage noch super Tips geben konnten, was man sich unbedingt in der Umgebung an-gucken sollte.

Abends haben wir dann noch lange Zeit vor unserem Zimmer gesessen und die Abendluft genossen. Dabei hatten wie einen wunderschönen Ausblick auf die Berge im Hintergrund.

9.Tag – Indipendence / Mount Whitney / Bristlecone Pine / Lee Vining (Mono Lake)

Am Morgen sind wir dann ganz früh los, um am Mount Whitney einen Wasserfall zu besich-tigen. Auch wenn die Fahrt einige Zeit in Anspruch nahm, so hat es sich doch gelohnt. Der Wasserfall und die Aussicht über die Umgebung waren echt spitze. Außerdem wurden hier in der Gegend viele Western gedreht. Richtige Westernfans könnten hier vielleicht sogar auf ein paar bekannte Orte stoßen, die sie vielleicht von irgendwo her kennen.

Wir haben uns dann aber wieder auf die Socken gemacht, denn die ältesten Lebewesen der Welt warteten auf uns. Die Bristlecone Pines sind Bäume, die teilweise mehrere tausend Jahre alt sind. Um dieses Naturwunder betrachten zu können, mußten wir jedoch einen Abstecher von unserer Urprungsroute machen. Wir sind lange Zeit durch die Berge gefahren und waren schließlich auf einer Höhe von über 3000 Metern.

Hier oben wächst kaum noch etwas, abgesehen von diesen Bäumen. Wenn man sie sieht, kommt man schnell auf den Gedanken, dass es nur noch tote Stämme sind. Das liegt aber daran, dass sie wegen der schwierigen Vegetation nur an 45 Tagen im Jahr wachsen. Oben auf dem Berg ist dann eine Art Rangerstation, in der man sich einen Informationsfilm ansehen, oder einfach eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet machen kann. Wer sich für eine Wanderung entschließt, der sollte ausreichend Sonnenschutzmittel dabei haben. Auch wenn es hier oben nicht so heiß ist, aber die Sonne sticht hier ganz besonders stark.

Nach einem Rundgang haben wir uns wieder in unseren Honda gesetzt und sind erstmal zum Mittagessen nach Bishop gefahren. In einer amerikanischen Bäckerei haben wir uns dann ein paar Sandwiches geholt und eine kleine Rast eingelegt. Immerhin hatten wir auch noch einige Meilen vor uns, bevor wir unser heutiges Ziel Lee Vining am Mono Lake erreicht hatten.

Der Weg von Bishop bis zu diesem außergewöhnlichen See hat uns dabei durch ein bekanntes Skigebiet geführt. Hier sollen angeblich die Kalifornier ihren Wontersport verbringen. Da wir im Hochsommer unterwegs waren, konnten wir jedoch nicht viel davon erkennen.

In Lee Vining angekommen, mußten wir das erste Mal feststellen, dass es an den Wochenen-den schwierig war, ein Zimmer zu bekommen. Wenn man davon absieht, dass es auch we-sentlich teuer ist, hatten wir doch sehr großes Glück, dass wir dann doch noch im Ort ein Motelzimmer bekamen.

Trotz der langen Fahrt wollten wir uns aber trotzdem noch den See angucken. Leider haben wir an einer Stelle angehalten, an der man die Kalkgebilde, die aus dem See ragen, nicht so gut sehen konnte. Dafür haben wir die „Fliegen“ angetroffen, die angeblich die Menschen nicht so anfliegen. Für Biologen ist das vielleicht eine interessante Sache, weil die Larven in einem sehr salzhaltigen Gewässer leben, aber ich fand es ekelig. Hinzu kam noch der Ge-stank, der von derm Ufer ausging. Von anderen Urlaubern haben wir hinterher gehört, dass es bei ihnen nicht gestunken hat. Also sollte man vielleicht außerhalb der Stadt den See besu-chen, damit man einen positiven Eindruck bekommt.

10. Tag – Lee Vining / Yosemite / Bodie / Gardenville

Für den heute war zunächst eine Rundfahrt durch den Yosemite National Park angesagt. Von Lee Vining aus, war es ja auch nicht mehr so weit. Bereits kurz nach der Einfahrt in den Park haben wir unser Auto abgestellt. Wir standen vor einem der schönsten Bergseen, den wir je gesehen haben. Das Wasser war so sauber und klar, dass man sehr weit hineinschauen konnte. Am Ufer saß auch ein älterer Herr, der bereits seine Angel ins Wasser hielt.

Die Landschaft um uns herum war einfach nur schön. Der See, umrandet von Bergen, auf denen stellenweise noch Schnee lag und dann dieser riesige Felsbrocken, der so glatt wie ein Kieselstein war. Als wir etwas weiter in den Park hineinfuhren, sahen wir eine Gruppe von Bergsteigern, die versuchten an den glatten Felsen empor zu klettern. Das sah schon atembe-raubend aus. Immerhin hatten sie nichts, was sie vor einem Sturz in die Tiefe geschützt hätte.

Wir hatten leider nicht das Glück, einen der Wasserfälle bewundern zu können, da anschein-end zu wenig Wasser in den Bächen geführt wurde. Das soll auch ein absolutes Highlight des Yosemites sein. Doch auch ohne die Wasserfälle hat es uns hier sehr gut gefallen. Die tiefen Wälder, die man von verschiedenen Aussichtsplätzen sehen kann und die Berge, das alles sind Bilder, die einen einfach beeindrucken müssen.

Nachdem wir fast den ganzen Vormittag im Nationalpark waren, sind wir dann gegen Mittag Richtung Bodie gefahren. Wenn wir schon einmal im Land der Goldgräber waren, wollten wir doch auch unbedingt eine echte Geisterstadt sehen. Und das war sie auch – Bodie ist eine der wenigen Goldgräberstädte, die noch so aussieht, wie damals, als die Menschen die Stadt verließen. Ich möchte nicht so naiv sein und denken, dass alles echt ist, was man hier besich-tigen kann. Aber in der Broschüre wird darauf hingewiesen, dass ein Verein oder eine Stifung dafür sorgt, alles soweit es geht im Urzustand zu belassen. Wenn man sich die alten Gebäude und deren Einrichtung ansieht, ist es jedoch sehr überzeugend.

Nach einem Rundgang durch Bodie sind wir dann aber auch wieder weiter Richtung Lake Tahoe gefahren. Bis dorthin haben wir es allerdings an diesem Tag nicht mehr geschafft. Die letzten Tage waren doch relativ anstrengend gewesen, so dass wir uns bereits um 14 Uhr ein Motel mit Pool und Internet gesucht haben.

Am Nachmittag war dann relaxen angesagt. Nachdem wir in einem kleinen Schnellimbiss zu Mittag gegessen haben, sind wir dann nur noch einkaufen gegangen. Anschließend ging es dann an den Pool. Mit kalten Getränken, einem Buch ausgerüstet, wollte ich mich etwas in der Sonne ausruhen. Da es unser erster Urlaub in den USA war, wollten wir so viel wie mög-lich sehen und dabei die Erholungsphasen doch sehr gering gehalten. Aber auf Dauer konnten wir das Tempo einfach nicht durchhalten.

11. Tag – Gardenville / Lake Tahoe / Virginia City / Reno / Roseville

Mit neuen Kräften haben wir uns dann früh morgens auf den Weg gemacht. Für diesen Tag hatten wir uns wieder jede Menge vorgenommen. Zunächst aber sind wir zum Lake Tahoe gefahren. Hier ist es für diejenigen, die in der Umgebung eine Übernachtungsmöglichkeit suchen ratsam, auf Nevadas Seeseite eine Bleibe zu suchen. Da hier viele Kasinos mit preiswerten Angeboten werben, kann man hier Geld sparen oder mehr Luxus für das gleiche geld bekommen.

Als wir am See ankamen, mußten wir allerdings feststellen, dass es kaum oder gar keine freien Zugänge zum Ufer gibt. Viele der reicheren Amerikaner haben hier ihr Wochenend-domizil – und das muss natürlich Seeblick haben. So haben wir dann Trick 17 angewendent. Auf einem Restaurant Parkplatz haben wir unseren Wagen abgestellt und uns einen Kaffee für unterwegs gekauft. So konnten wir unser Auto einige Minuten stehen lassen und an den Strand gehen.

Irgendwie hat mich das tief blaue Wasser und die bewaldeten Berghänge sehr an die Alpen er-innert. Für die Gäste standen sogar einige Jet-Skis bereit. Wir haben uns keinen gemietet, dafür aber die Gänse am Strand gefüttert. Wir haben dann unsere Fahrt um den See fortgesetzt um auch noch andere Stellen des Sees zu besichtigen. Außerdem sollte hier ja auch irgendwo die echte Ponderosa Ranch aus der Serie Bonanza sein. Diese haben wir letztlich nicht mehr aufgesucht, da wir ja auch noch nach Virginiy City wollten.

In Virginia City haben wir unser Auto abgestellt und haben zu Fuß den Stadtkern erkundet. Es ist zwar keine Geisterstadt, aber die Gebäude und sogar einige Bewohner wirken so, als wenn man noch immer in der Zeit des Goldrausches wär. Leider machen die vielen Souveniershops die Atmosphäre etwas kaputt. Es ist wirklich erstaunlich, was man uns Touristen alles andre-hen möchte. Aber das ist nun mal Amerika.

Nach unserem Rundgang haben wir uns in einem Restaurant noch eine kleine Mahlzeit ge-gönnt, bevor es weiter ging. Unser nächstes Ziel war Reno. Die Kleine Schwester von Las Vegas wollten wir doch wenigstens auf der Durchfahrt einmal gesehen haben. Wenn man zuvor den Glanz von Las Vegas gesehen hat, ist man von Reno eher enttäuscht. Vielleicht hätte ich einen besseren Eindruck gewonnen, wenn wir nicht nur aus dem Autofenster heraus die Stadt besichtigt hätten, aber es war halt keine Zeit mehr.

Den Rest des Tages haben wir dann nur noch im Auto verbracht. Wir hatten uns vorgenom-men, so nah wie möglich an Sacramento heranzukommen, damit wir am nächsten Tag keine lange Anfahrt mehr hatten. In Roseville haben wir uns dann aber ein Zimmer gesucht und haben es uns mit einer Pizza auf dem Bett gemütlich gemacht. Ein perfektes Ende für einen langen Tag.