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Schüleraustausch und Sprachaufenthalte in den USA

Ein Schüleraustausch beziehungsweise Sprachaufenthalt in Amerika ist nicht nur eine spannende Angelegenheit für einen Schüler, sondern vor allem eine sehr gute Investition in die berufliche Zukunft eines Kindes. Amerika ist immer noch eine echte wirtschaftliche Großmacht in der Welt und Englisch ist ebenfalls die wichtigste Sprache der Wirtschaft und des internationalen Arbeitlebens. Viele Firmen und Unternehmen schätzen es sehr, wenn ihre Angestellten zumindest einige Zeit in den Vereinigten Staat gelebt haben, so dass sie die Kultur und Mentalität dieses Landes einmal kennen lernen konnten. Ein Schüleraustausch mit Amerika ist daher sehr empfehlenswert, da hier bereits Grundsteine für die Zukunft gelegt werden. In erster Linie geht es natürlich aber meist um die Verbesserung der Sprachkenntnisse und das Kennen lernen von Amerika und dem American Way of Life.

Die Möglichkeit eines Schüleraustausches nehmen jährlich viele deutsche Schüler in Anspruch und reisen für drei bis zehn Monate in die Vereinigten Staaten. Vor allem der Besuch einer öffentlichen High-School, die vielen Deutschen aus diversen Filmen bekannt sind, ist natürlich interessant. Damit man etwas vom Unterricht der High-Schools ebenfalls mitnehmen kann, sollten die deutschen Schüler zwischen 15 und 18 Jahre alt sein. Dann ist auch die Gefahr geringer, dass die Deutschen bereits nach wenigen Wochen wegen Heimweh zurück nach Deutschland wollen. Dies hängt aber natürlich auch stark vom Charakter der Schüler ab, den man auf jeden Fall berücksichtigen sollte. Schüler, die an einem Schüleraustausch mit Amerika teilnehmen, sollten zwingenderweise kontaktfreudig und offen für fremde Kulturen sein. Darüber hinaus ist ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein wichtig, da die Jugendlichen in einem fremden Land ein Stück weit auf sich selbst gestellt sind. Die Schüler werden aber natürlich in Gastfamilien untergebracht, die sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern. Aus diesem Grund ist eine weitere wichtige Eigenschaft eine gewisse Anpassungsfähigkeit an neue Gegebenheiten und Menschen. Der American Way of Life scheint uns zwar oft sehr nahe zu liegen, allerdings kann sich das amerikanische Familienleben teilweise stark vom deutschen Familienleben unterscheiden. In Amerika herrschen in Familien oft sehr klare Regeln, an die sich auch die Austauschschüler halten müssen. Zudem sind viele Amerikaner recht prüde und darüber hinaus sehr religiös. Als Gastschüler müssen die Gefühle der Gastfamilie nicht nur respektiert werden, sondern man muss sich natürlich auch den Gegebenheiten anpassen. Nicht jeder deutsche Schüler eignet sich für diese Herausforderung. Eltern neigen oft dazu ihre Kinder entweder zu unterschätzen oder sie überschätzen die Fähigkeiten ihrer Kinder. Vor einem möglichen Austausch sollte daher unter Umständen der Klassenlehrer gefragt werden, der natürlich auch Stellung dazu nehmen kann, ob ein Jugendlicher die geforderten schulischen Leistungen bringen kann und dem Kind sollte man die Möglichkeit bieten sich mit ehemaligen Teilnehmern von Austauschprogrammen auszutauschen. Ein Jugendlicher darf auf keinen Fall gegen seinen Willen nach Amerika geschickt werden, denn dann ist ein solches Programm zum Scheitern verurteilt.
Wenn sich Eltern und Kind einig sind, dass ein High-School-Aufenthalt in den USA das Richtige ist und der Lehrer auch keine Bedenken einzuwenden hat, steht dem Schüleraustausch nicht mehr viel im Wege. Man muss sich lediglich darüber Gedanken machen, ob der Austausch selbst organisiert werden soll, oder ob der Austausch durch eine Organisation abgewickelt wird. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Sprachaufenthalt

Sprachaufenthalt ©iStockphoto/Oko_SwanOmurphy

Viele Eltern verstehen zunächst nicht, warum sie das Organisieren eines solchen Austausches in die Hände einer Organisation legen sollen, allerdings unterschätzen diese Eltern gerne den behördlichen Aufwand. Zudem wissen unerfahrene Eltern natürlich gar nicht wo sie eigentlich bei der Organisation des Schüleraustausches anfangen sollen und was beachtet werden muss. Zunächst einmal benötigt man eine Gastfamilie. Diese von Deutschland aus zu finden, Kontakt auf zunehmen und gegebenenfalls zu überprüfen ist oft gar nicht so einfach. Einfach auf Anzeigen im Internet zu reagieren ist natürlich sehr fragwürdig, daher sollte man einen Schüleraustausch auch nur selbst organisieren, wenn man eine vertrauenswürdige Familie an der Hand hat oder sich sogar Familienangehörige in den USA befinden.
Ist dies der Fall, muss man Kontakt mit der zuständigen Schule aufnehmen und das eigene Kind provisorisch anmelden. Dadurch wird die Schule in die Lage versetzt, beim „United States Citizenship and Immigration Service“ die Erlaubnis zu beantragen, das so genannten I-20-Formular auszustellen. Erst damit kann der deutsche Schüler nämlich ein Visum beantragen, bei dem es sich um ein Visum der Kategorie F-1 handeln muss. Nicht jede amerikanische Schule hat beziehungsweise bekommt die Erlaubnis das I-20-Formular auszustellen, daher kann die Suche nach einer passenden Schule ebenfalls Zeit in Anspruch nehmen. Wenn man zudem kein gutes Englisch spricht, kommt man bei Telefonaten mit amerikanischen Schulen bald an die eigenen Grenzen.

Es hat im Übrigen gute Gründe, warum nicht jede Schule ausländische Gastschüler aufnehmen sollte. Für ein Austauschprogramm sollten immer Ansprechpartner vor Ort vorhanden sein, wenn es einmal Probleme gibt. Dies kann nicht jede Schule gewährleisten. Für Schüler aus Deutschland, die in Englisch recht schwach sind, kann es erforderlich sein zusätzliche Englischstunden einzuplanen beziehungsweise sollte eine Austauschschule zumindest diese Möglichkeit anbieten. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig eine passende Schule zu finden, die auch den Anforderungen entspricht.

Ist dieser Schritt getan, muss meist das Schulgeld für den Aufenthalt des Kindes beglichen werden, zumindest muss man nachweisen, dass das Geld gezahlt wurde. Dieses Schulgeld beläuft sich pro Schuljahr auf eine Summe zwischen 5000 und 12000 Dollar, je nach Bundesstaat und Schule. Dies ist natürlich alles nicht ganz einfach, und deshalb laufen die meisten Schulaustauschprogramme auch über Organisationen. Wenn es nur darum geht in einer ganz bestimmten Gastfamilie unter zu kommen, bieten einige Organisationen auch die Möglichkeit sich die Gastfamilien selbst auszusuchen und quasi schon mitzubringen. Die Formalitäten übernimmt die Organisation und die Gastfamilie ist trotzdem die richtige. An die Organisation wird der normale Programmpreis gezahlt, die Gebühren für die Schule sind dann aber inbegriffen. Die meisten Organisationen lassen sich auf diese selbst gesuchten Gastfamilien ein, allerdings wird es meist nicht akzeptiert, wenn die Schüler mit den Gastfamilien verwandt sind.

Es gibt sehr viele Organisationen, die Austauschprogramme und Sprachaufenthalte für Schüler organisieren, wobei natürlich nicht all diese Organisationen in gleichem Maße zu empfehlen sind. Um die Vertrauenswürdigkeit einer Organisation zu testen, sollte man sich Referenzen zeigen lassen und die Möglichkeit haben mit ehemaligen Teilnehmern zu sprechen. Wird dieser Wunsch verwehrt liegt die Vermutung nahe, dass etwas verborgen werden soll. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Organisation mit dem amerikanischen Außenministerium zusammenarbeitet beziehungsweise von diesem genehmigt und geprüft wurde. Dies erkennt man an einer designierten Programmnummer, die die Organisationen haben sollten.
Darüber hinaus gibt es natürlich günstige und teurere Programme. Hier sollte man allerdings nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen: Der Preis für solche Programme hängt vom Aufenthaltsort in den USA ab und von den Schulkosten, die die Schulen erheben. Auf diese Kosten haben die Organisationen keinen bis lediglich wenig Einfluss. Die Organisationen sollten ihre Kosten jedoch transparent darlegen, so dass man alles nachvollziehen kann.

Grundsätzlich sind die Kosten für ein Austauschprogramm natürlich nicht ganz billig, so dass sich nicht jeder einen solchen Sprachaufenthalt für das eigene Kind leisten kann. Man sollte mit etwa 6000 bis 7000 Euro pro Highschool-Jahr rechnen, wobei hier noch nicht die Nebenkosten oder Taschengeld für den Jugendlichen eingerechnet sind. Allerdings gibt es auch diverse Förderungsprogramme und Stipendien, um die man sich bewerben kann. Es kann sich durchaus lohnen in solch ein Programm aufgenommen zu werden und dies macht sich später im Lebenslauf natürlich noch besser.

Was des Weiteren die Organisationen betrifft, sollte man Wert auf eine gute Vorbereitung legen. Diese beginnt bereits mit Treffen in Deutschland, so dass die Jugendlichen in Amerika gut vorbereitet sind. Dann ist auch der Kulturschock für die meisten Jugendlichen nicht so groß und das Austauschjahr in Amerika kann zu einer echten Bereicherung werden.

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